Spielplatzinitiative schreibt an den Bundespräsidenten

Kategorie: kinderfreundliches Witten
Veröffentlicht: Freitag, 1. November 2013
Geschrieben von Spielplatzinitiative Bebbelsdorf

 

Seit vielen Jahren wehren wir Anwohner uns aus Witten gegen den Verkauf der Spielfläche am Gemeindeneck.

Die Stadt Witten will durch den Verkauf der Spielfläche ihre klamme Kasse sanieren. Die Kinder aus dieser Region würden durch den Verkauf der Spielfläche ihren geschützten Raum verlieren. Ortstermine und Einladungen wurden seitens der Stadtverwaltung nicht wahrgenommen.

Durch das große mediale Interesse seit einem Jahr und durch Hilfe aus der kommunalen Politik konnte der Verkauf der Spielfläche zunächst einmal verhindert werden.

Kinder sind unsere Zukunft!
Kinder sind unsere Zukunft!

Da die Stadt Witten bereits die Einnahme von 110000 Euro durch den Verkauf der Spielfläche in ihren Haushalt eingerechnet hat, muss die Stadt einen Kredit aufnehmen und die Zinsen dafür sollen wir Anwohner zahlen. Der Spielplatz soll von uns Anwohnern privat betrieben werden, dadurch kämen noch Kosten für die Versicherung, die Baumprüfung und die jährliche Prüfung der Spielgeräte dazu.

Unser Beispiel zeigt, dass Städte und Kommunen durch ihre miserable Finanzlage sich aus ihrer Verantwortung, Spielplätze zu betreiben, zurückziehen und das auf Kosten der Kinder.

Durch unseren Widerstand wurden wir darauf aufmerksam, dass ein Ausverkauf von Spielplätzen zu einem gesamtdeutschen Problem geworden ist.

Kinder brauchen Spielplätze in der Nähe für ihre Entfaltung, Bewegungsfreiheit und Gesundheit. Kommunen und Städte sehen durch den Verkauf Einsparpotentiale und zusätzliche Einnahmequellen zugleich.

Dem Verkaufstrend stehen auch das Deutsche Kinderhilfswerk und der Deutsche Kinderschutzbund recht kritisch gegenüber. Der Deutsche Kinderschutzbund spricht von einem Skandal.

Wie dringend die Spielflächen bleiben müssen sieht man, wenn man Kindern zuschaut, die sich eben nicht austoben dürfen. Sie verschaffen dem Bewegungsdrang dann meist Abhilfe indem sie Dinge tun, die wir Erwachsene als gefährlich oder ungesetzlich einstufen.

In der Politik müssen Kinderinteressen und die bestmögliche Förderung ihrer Entwicklung absolute Priorität haben. Aus dieser Verantwortung dürfen die Städte nicht entlassen werden.

Da kommunale Politik nur bedingt Einfluss auf die Verwaltung der Städte zu haben scheint und wir auch keine Hilfe von den Parteien aus dem Landtag bekommen haben, bitten wir nun Sie als Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland, auf die Politik in Berlin zuzugehen, damit der Ausverkauf von Spielplätzen ein Ende nimmt und alle Kinder der Bundesrepublik Deutschland weiter eine gesunde für sie wichtige freie Entfaltung, sowie die Förderung ihrer geistigen und sozialen Entwicklung durch freies Spielen erleben dürfen.

Ralf Schäfer, Witten