Bürgermeisterwahl: AUF Witten kandidiert nicht

Achim Czylwick erklärt im folgenden Interview, warum eine Kandidatur zur Bürgermeisterwahl für <i>AUF Witten</i> nicht in Frage kommt
Achim Czylwick erklärt im folgenden Interview, warum eine Kandidatur zur Bürgermeisterwahl für AUF Witten nicht in Frage kommt

Ursprünglich war die Kandidatur von Achim Czylwick im Bündnis eine ausgemachte Sache. Doch auf der Mitgliederversammlung von AUF Witten am 22. März wurde das korrigiert. Achim Czylwick bat das überparteiliche Personenwahlbündnis um eine Neubewertung dieser Entscheidung. In seiner Stellungnahme legte er dar, der Verzicht auf eine eigene Kandidatur sei besser geeignet, das alternative kommunalpolitische Bündnis weiter zu stärken und aufzubauen. Warum sollte eine Kandidatur zur Bürgermeisterwahl einer Stärkung von AUF Witten entgegenstehen? Eine auf den ersten Blick ungewöhnliche Einschätzung, so dass die Gründe dafür um so mehr interessieren. Achim Czylwick nahm dazu in einem Interview mit unser Zeitung Stellung.

? Was sind die Gründe, auf die Kandidatur zum Bürgermeister zu verzichten?

Achim Czylwick, Ratsmitglied für AUF Witten (A.C.):

Seit einiger Zeit diskutieren wir im Bündnis, ob wir nicht auch zur Bürgermeisterwahl antreten. Bis zum Jahr 2014 war es ja so, dass die Wahl von Rat und Bürgermeister in einem gemeinsamen Termin erfolgte.

Eine zusätzliche Kandidatur zum Bürgermeister, so unsere damalige Überlegung, könnte dem Bündnis mehr Aufmerksamkeit bringen, mehr Gelegenheiten bieten, unsere Positionen gegenüber den Wittenern bekannt zu machen.

Doch bleibt das automatisch so, wenn die Wahlen getrennt abgehalten werden, wie es jetzt der Fall ist?Diese Änderung der Lagehätte eigentlich eine neue Bewertung erfordert! Das aber habe ich, haben wir, leider zunächst versäumt.

Bei einer isolierten Wahl zum Bürgermeister kann unser Bündnis eine Kandidatur nicht mehr nutzen, um mehr Stimmen für Ratsmandate zu bekommen, weil der Rat ja schon gewählt ist.

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Prozenthürden: Die Angst der Regierenden vor dem Volk

Nadine Frey sind die demokratischen Rechte und Freiheiten ein besonderes Anliegen.
Nadine Frey sind die demokratischen Rechte und Freiheiten ein besonderes Anliegen.

von Nadine Frey, Mitglied in AUF Witten

Nachdem 1999 die Fünf-Prozent-Hürde weggefallen ist, wird jetzt so getan, als hätten sich seitdem Menschen und Gruppen in den Stadträten getummelt, die nicht „verlässlich sind“ und „keine professionelle Aura“ haben. Den Wählern dieser Gruppen wird vorgeworfen, dass sie „unpolitische Gesinnungswähler“ sind und „sich nach der Wahl fünf Jahre lang zurück lehnen“.

Raushalten angesagt

Trifft das denn nicht auf die meisten von uns Wählern zu, egal, wo wir unser Kreuz am Wahltag machen? Und wird das denn nicht fast von uns erwartet? Ist es denn nicht gewollt, dass wir uns fünf Jahre lang heraushalten und diejenigen ihre Arbeit machen lassen, die etwas davon verstehen? Also verlässliche Koalitionspartner sind und eine professionelle Aura haben.

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Bewertung der Kommunalwahl 2014 in Witten

Der Wiedereinzug von Achim Czylwick in den Rat ist ein großer Erfolg für <i>AUF Witten</i>.
Der Wiedereinzug von Achim Czylwick in den Rat ist ein großer Erfolg für AUF Witten.

Es ist ein großer Erfolg, dass AUF Witten mit Achim Czylwick erneut in den Rat einziehen konnte, das Wahlziel der Verteidigung des Ratsmandates erreicht hat und auf dieser Basis weiterarbeiten kann.

Dabei hat die Kommunalwahl 2014 interessante Ergebnisse hervorgebracht.

Der zukünftige Rat hat 11 Listen ohne klare Mehrheit. SPD und CDU einigten sich auf eine große Koalition auch auf kommunaler Ebene.

Der angebliche Wahlsieger SPD hat real keine Stimmen dazu gewonnen, das kann nur das Bürgerforum von sich behaupten. Die CDU hat einen Verlust von 3.000 Stimmen zu verzeichnen, wobei ein Teil innerhalb des rechten Lagers verschoben wurde, zur WBG und Pro-NRW.

Bei einer Wahlbeteiligung von 47,2% wird die Mehrheit der Wähler durch den Rat nicht mehr repräsentiert. Die gleichzeitig stattfindende Europawahl konnte die Leute nicht überzeugen. Ohne Kommunalwahl wäre die Wahlbeteiligung wohl noch weiter gesunken. Die Zeit der Stammwähler und festen Zuordnung ist vorbei, eine Neuorientierung hat begonnen. Das bestätigte sich auch in zahlreichen Gesprächen während des Wahlkampfs.

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2017  AUF Witten - Um uns selbst müssen wir uns selber kümmern