Zurück in die Steinzeit?

Kategorie: Umwelt
Veröffentlicht: Samstag, 8. November 2014
Geschrieben von R.S., Witten

Sollte die NATO nicht längst abgeschafft sein?
Sollte die NATO nicht längst abgeschafft sein?

Im Sommer diesen Jahres lies die Nachricht aufhorchen, dass Fracking Teil der offiziellen Agenda der NATO ist. Von der Wirtschaft und der mit ihr verbandelten EU war dies bekannt, nur ist die NATO offiziell immer noch ein militärisches Verteidigungsbündnis. Als solches steht es ihr eigentlich gar nicht zu, sich so in die (umwelt-) politische Entscheidungsfindung einzumischen. Aber vielleicht zeigt sie uns so viel mehr etwas über sich selbst.

Die NATO wurde zu Beginn des kalten Krieges gegründet, um die westlichen, kapitalistischen Staaten vor einer angeblichen Bedrohung durch die östlichen, kommunistischen Staaten zu schützen, die sich im Warschauer Pakt zusammenschlossen. Wie jeder weiß, ist der kalte Krieg und der Warschauer Pakt seit mehr als 20 Jahren Geschichte, die NATO aber seltsamerweise nicht. Sie hat jedoch ihren offiziellen Sinn ganz offenbar verloren.

Vielmehr zeigt uns diese Aussage zum Fracking, welchen (neuen) Sinn die NATO heute hat. Sie verteidigt die Macht- und damit auch Wirtschaftsinteressen ihrer führenden Mitglieder und vor allem der USA gegen die Zeit und die sich verändernde Welt bzw. hier gegen das absehbare Ende der fossilen Energieversorgung.

Eine nicht mehr in die aktuelle Zeit passende Einstellung aber auch Organisation nennt man übrigens anachronistisch.

Wir haben hier also eine anachronistische Organisation, die ein hochgefährliches Verfahren zur Verlängerung der anachronistischen fossilen Energieversorgung propagiert. Will die NATO uns zeigen, dass sie die Menschheit nicht nur mit Bomben zurück in die Steinzeit katapultieren kann?

R.S., Witten

Witten im AUFbruch 4/2014