Fracking - Energie-gewinnung jetzt auch vor unserer Haustür?

Kategorie: Fracking
Veröffentlicht: Samstag, 8. November 2014
Geschrieben von R.S., Witten

Stop Fracking!Das Thema Fracking wird jetzt auch für Witten (wieder) akut. Aktuell fordert der Kreisrat von der Bezirksregierung Arnsberg eine Ablehnung des Antrags der RWTH Aachen auf eine Verlängerung der Genehmigung zur Ermittlung von unkonventionellen Gasvorkommen. Diese schon 2008 auf fünf Jahre befristet erteilte Genehmigung erlaubt faktisch Probebohrungen zur Ermittlung von frackbaren Gasvorkommen. Eines der von der RWTH Aachen beantragten Gebiete befindet sich in Witten-Stockum.

Wie der Kreisrat nicht ganz falsch argumentiert, hat dieses wissenschaftlich deklarierte Projekt eigentlich nur kommerzielle Hintergründe und ist in Wirklichkeit eine Zuarbeit für ein späteres kommerzielles Fracking.

Da diese Genehmigung immer noch nach dem nicht mehr zeitgemäßen Bergrecht erteilt wird, ist davon auszugehen, dass auch jetzt eine ebensolche erteilt wird.

Von den Unternehmen, die in anderen Ländern bereits fracken, wird natürlich trotz der bekannten Probleme, die dieses Verfahren mit sich bringt, immer noch die Ungefährlichkeit und Zukunftsfähigkeit dieser Gasgewinnungstechnik propagiert. Zur Zukunftsfähigkeit sei darauf verwiesen, dass Gas natürlich ein fossiler Brennstoff ist und die Zeit der fossilen Energieversorgung für jeden Menschen ersichtlich doch eigentlich vorbei sein sollte.

Zu den Gefahren ein kleiner ironischer Exkurs. Die Bezirksregierung Arnsberg erteilte 2008 auch der Firma EXXON MOBILE eine Genehmigung für Probebohrungen im Kreis Warendorf, auch EXXON MOBILE beantragte jetzt eine Verlängerung dieser Genehmigung.

Gleichzeitig wurde dieses Jahr bekannt, dass EXXON MOBILE-Chef Rex Tillerson zusammen mit seinen Nachbarn gegen einen Wasserturm vor seiner Haustür zur Frischwasserversorgung der nahegelegenen Frackinggebiete klagte. Der zu erwartende LKW-Verkehr mindere durch den entstehenden Lärm und die Abgase den Wert seiner riesigen Pferderanch. Da lässt einer die Umgebung von Millionen Menschen verseuchen, will aber selber noch nicht mal Verkehrslärm und -abgase hinnehmen. Aber Fracking an sich ist ja sicher, oder?

R.S., Witten

Witten im AUFbruch 4/2014