Handlungsbedarf

Kategorie: Menschen mit Behinderungen Leserbriefe
Veröffentlicht: Samstag, 3. August 2013
Geschrieben von Ulrich Wagner
Die Wengernstraße kurz vor dem Ortsausgang Richtung Wengern ist sehr gefährlich, insbesondere für die alten Menschen aus dem Lutherhaus in der Nähe
Die Wengernstraße kurz vor dem Ortsausgang Richtung Wengern ist sehr gefährlich, insbesondere für die alten Menschen aus dem Lutherhaus in der Nähe

Meine Mutter befindet sich seit einiger Zeit im Pflegeheim, genauer gesagt im Lutherhaus Witten Bommern. Es ist nicht weit entfernt von der Bushaltestelle "Gasthaus Dt. Eiche", wo die Linien SB38 und 592 halten. Die Bushaltestelle befindet sich an der Straße in Richtung Wengern. Es gibt eine Verkehrsinsel, eine Ausweichroute jedoch nicht.

Der Aldi ist auch in der Nähe, ebenso die Haltestelle "Bommern Denkmal" - es gibt also noch die Linien 378 und 379, mit denen man in die Stadt fahren kann. Hört sich ja ganz gut an. Aber das ist es nicht.

Denn die Straße in Richtung Wengern ist eine Schnellstraße, wo gerne mal zügig gefahren wird. Der Weg zur Bushaltestelle schon alleine ist sehr holprig. Die Straßen sind schwer beschädigt, die schmalen Gehwege nicht nutzbar. Kommt man einmal zu der Verkehrsinsel, muss man unheimlich aufpassen, um sicher rüber zu kommen. Es gibt keinen Zebrastreifen und keine Warnzeichen. Die Einsicht ist schlecht. Schafft man es einmal heile über die Straße, beginnt das nächste Abenteuer. Der Gehweg ist extrem schmal, fällt stellenweise zur Straße hin ab, teilweise ist er durch Laternen verengt - und dazu schnell fahrende Autos.

Meine Mutter hat einen elektrischen Rollstuhl und ist durch einen Schlaganfall behindert, sodass sie nicht mehr alles zu 100% wahrnehmen kann. Ich habe es einmal erlebt, als wir vom Aldi zurückgegangen sind, dass sie aufgrund dieses engen, abfallenden Gehweges beinahe auf die Straße gestürzt wäre, wenn ich nicht da gewesen wäre. Mit geschätzten 70 km/h kam noch ein Auto auf uns zu. Glücklicherweise konnte ich sie noch auffangen, aber das hätte tödlich ausgehen können.

Deshalb bin ich der Meinung, dass sich jemand dieser Sache annehmen muss. Es kann nicht sein, dass man im Altenheim gefangen ist, wenn man keine Risiken eingehen will, nur um mal ein bisschen in die Stadt zu fahren. Es ist verantwortungslos, einen solchen Zustand zuzulassen. Das mindeste wäre hier ein Zebrastreifen mit Warnschild und eine Geschwindigkeitsbegrenzung für diesen Abschnitt auf 30 km/h. Das kostet nicht viel Geld und ist schnell gemacht. Ebenso sollte der Gehweg unbedingt verbreitert werden, sodass man sich dort sicher bewegen kann, insbesondere behinderte Menschen.

Ich hoffe, dass AUF Witten getreu dem Motto "Um uns selbst müssen wir uns selber kümmern" mich dabei unterstützt, hier eine Verbesserung zu erwirken.

U.W. , Witten

Witten im AUFbruch 3/2013