Jemen

Kategorie: Internationale Solidarität
Veröffentlicht: Montag, 30. Mai 2016
Geschrieben von Wittener Friedensforum

- Unbeachteter Massenmord und Vernichtung des Weltkulturerbes unter Mithilfe deutscher Rüstungskonzerne

Jemen gehört zu den interessantesten und schönsten Ländern Arabiens. Eine reiche Kulturgeschichte, eine einzigartige Architektur und das konstruktive Zusammenarbeiten verschiedener religiöser Schichten zeichnet die Südspitze der arabischen Halbinsel aus. Allein die bis 20 m hohen turmartigen Häuser aus Holz und Lehm mit ihren phantasievollen Fensterverzierungen sind weltberühmt und gehören zum Weltkulturerbe.

Doch derzeit ereignet sich im Jemen eine beispiellose humanitäre und wirtschaftliche Katastrophe. Seit März 2015 wird im Jemen gekämpft. Es stehen sich die schiitischen Huthi-Rebellen, die sich gegen Benachteiligung und Korruption wenden, und die Regierung unter Präsident Hadi gegenüber. Ein sunnitisches Militärbündnis unter Führung Saudi-Arabiens unterstützt die jemenitische Regierung und bombardiert im Jemen. Das Militärbündnis beruft sich auf ein Hilfe-Ersuchen des mittlerweile vertriebenen Präsidenten Hadi. Nach UN-Angaben sind in 2015 etwa 9 000 Menschen getötet und über 30 000 verletzt worden. Fast 3 Millionen ziehen als Binnenflüchtlinge im Land umher. 80 % der Bevölkerung brauchen Nahrungshilfen. Zahlreiche unersetzliche Kulturgüter wurden zerstört und geplündert. Neben den genannten Kriegsparteien beherrschen Milizen Al-Kaidas und des IS weite Teile des Jemen.

An diesem Wahnsinn von Krieg und Zerstörung ist Deutschland nicht unbeteiligt. Der Rüstungskonzern Rheinmetall AG aus Düsseldorf unterhält mit dem staatlichen südafrikanischen Rüstungsunternehmen Demel ein Joint-Venture, die Rheinmetall Demel Munition. Die Rheinmetall AG hält darin einen Anteil von 51%. Die Firma ist gegründet

worden, um in Saudi-Arabien südlich von Riad eine Munitionsfabrik zu betreiben. An Katar, das an der Seite Saudi-Arabiens ebenfalls am Krieg im Jemen beteiligt ist, liefert die Firma Krauss-Maffei Wegmann sogar Leopard ll-Panzer.

Das wollen wir nicht hinnehmen. Gemeinsam mit anderen Gruppen der Friedensbewegung fordern wir: