Samstag, 19. Mai 2012

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Arbeitsplätze und Umweltschutz kein Gegensatz

wöch. Presseerklärung
Montag, den 08. Dezember 2008

altAnlässlich des Weltumwelttages am 6.12. beschäftigte sich die 207. Montagsdemonstration in Witten mit etwa 25 Teilnehmern mit der jüngsten Äußerung der Bundeskanzlerin, man dürfe den Umweltschutz nicht übertreiben, weil sonst Arbeitsplätze gefährdet seien. Das geht von einer Konkurrenz zwischen Arbeit und Umweltschutz aus. Auch die auf Veranlassung der Stahlkonzerne organisierte und von der IG Metall unterstützte Demonstration in Brüssel zu Beibehaltung des bisherigen CO2-Ausstosses durch die Stahlerzeugung, um keine Arbeitsplätze zu gefährden, zielt in dieselbe Richtung.

 

In der Diskussion am offenen Mikrofon wurde dagegen überzeugend dargelegt, dass einzig die Gier nach Maximalprofiten dazu führt, dass Umweltauflagen ignoriert oder sogar bekämpft werden. Gewinne werden privat eingestrichen, die Kosten und Lasten dafür soll die Allgemeinheit tragen. So wird schon heute in Südkorea Stahl ohne Sinteranlagen und Kokereien mit 80 Prozent weniger CO2 erzeugt, technisch möglich wäre sogar eine CO2-freie Produktion.alt
Kritisiert wurde die Heuchelei der Kanzlerin, als ob schon zuviel Umweltschutz betrieben würde. Das Gegenteil ist der Fall. Auch in Witten bleibt die Politik angesichts von Umweltskandalen untätig, die beispielsweise bei HP Pelzer Chemie bereits die Hälfte der Belegschaft einer Produktionslinie, nämlich 34 Arbeiter, schon das Leben gekostet hat. Obwohl massenweise Belege über Vergiftung mit Cyanid und anderen Giften und Fotos über die katastrophalen Zustände vorgelegen haben. Alle eingeschalteten Behörden bis hin zum Petitionsausschuss des Bundestages haben hier kläglich versagt. Ebenso angesichts der unverminderten Gestanksbelästigung durch Degussa/Evonik und Sasol. Die Profitgier wird nicht angetastet.
Die Montagsdemo fordert dagegen neue Arbeitsplätze im Umweltschutz und Aufklärung der beanstandeten Umweltskandale. Die Kosten für sonst weiter entstehende Umweltschäden sind weit höher als die Lohnkosten. Personenschäden sind ohnehin nicht mit Geld aufzuwiegen. Das wäre ein sinnvoller Beitrag zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und zur Abschaffung von Hartz IV – gerade auch in der Krise.
Offensichtlich ist die herrschende Politik nicht gewillt, das von sich aus auf den Weg zu bringen. Das kann nur durch den breiten Widerstand von unten erreicht werden – das ist die diesjährige Weihnachtsbotschaft der Montagsdemo Witten!

 

Die nächste Montagsdemo am 15.12. wird wieder am Durchgang vom Berliner Platz zur früheren Post stattfinden, wie üblich um 17 Uhr.