Atomenergie bringt Profit und Macht |
| wöch. Presseerklärung |
| Dienstag, den 12. April 2011 |
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Bei der gestrigen Montagsdemonstration in Witten (vom 11.4.2011) waren wieder rund 30 Personen aktiv am offenen Mikrofon beteiligt und viele Passanten verfolgten interessiert die Debatte um Hintergründe, warum die Atomenergie überhaupt kommerziell genutzt wird. Im Folgenden wird das Ergebnis der knapp einstündigen Debatte zusammengefasst. Es wurde enthüllt, dass die momentan im Bau befindlichen beziehungsweise geplanten AKW einen Finanzierungsrahmen von über 2 Billionen Euro ausmachen, was sich auf nur sechs Atomkonzerne mit ihren teilweise undurchschaubaren Verflechtungen weltweit verteilt. Aus dieser Größenordnung leitet sich der politische Einfluss ab, zumal der Hauptteil der notwendigen Investitionen von Staaten aufgebracht wird. Die nicht abgesicherten Risiken und Endlagerkosten dabei noch nicht eingerechnet. Gleichzeitig dient die Atomtechnologie machtpolitisch zur Herstellung von Atombomben, wo es im Endergebnis keine Rolle mehr spielt, ob diese infolge eines technischen Versehens oder absichtlich detoniert sind. Sicher ist man vor der möglichen Vernichtung nur, wenn diese Technologie zur Energie- und Waffenherstellung vollständig aufgegeben wird. Aufgrund der staatlichen Beteiligung ist gegenüber den Erklärungen welcher Regierung auch immer höchste Wachsamkeit angebracht. Außerdem wird sich kein größeres Geldinstitut die Gelegenheit zu Superprofiten entgehen lassen und man kann auf diesem Hintergrund besser verstehen, wie die von Deutsche-Bank-Chef Ackermann genannten Renditeziele von 20 Prozent zustande kommen. Dazu haben aber auch die Hartz-Gesetze beigetragen durch staatlich organisierte Niedriglöhne und Ausweitung der Leiharbeit. Der Widerstand gegen Hartz IV und gegen die Atompolitik richtet sich also gegen dieselben Macht- und Profitstrukturen. Wie sich diese Tatsache politisch äußern muss, z.B. in der Kommunalpolitik, wird Gegenstand noch vieler Diskussionen sein. Warum wird z.B. Müll verbrannt, anstatt eine heute schon mögliche vollständige Kreislaufwirtschaft zu betreiben? Die nächste Montagsdemo findet wie gewohnt am Berliner Platz um 17 Uhr in 1 Woche statt und wird sich weiterhin mit dem Widerstand gegen die Atompolitik beschäftigen. Im Anschluss daran beteiligen wir uns auch an der Antiatomkundgebung um 18 Uhr auf dem Rathausplatz.
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