Samstag, 19. Mai 2012

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Almosen ein falscher Weg!

wöch. Presseerklärung
Montag, den 21. Juli 2008

altDie 188. Montagsdemo in Witten befasste sich mit der Situation an der Wittener Tafel. Mit knapp 20 Teilnehmern, die sich selbst von strömendem Regen nicht von der lebhaften Diskussion abbringen ließen, wurde das Für und Wider erörtert. Ausgangspunkt war die Übernahme der Schirmherrschaft von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen über 630 Tafel-Verbände in Deutschland, die bundesweit mit mehr als 1.200 Angestellten rund 500.000 bedürftige Menschen pro Woche mit Lebensmitteln und Essen versorgen. Deren Engagement lobte die Ministerin in höchsten Tönen.

 

Der Montagsdemo geht es nicht darum, das ehrenamtliche Engagement zu kritisieren, auch nicht in Witten. Diesen Aktiven gebührt Respekt wie allen anderen, die im sozialen Bereich ehrenamtlich tätig sind. Und doch muss kritisiert werden, dass dieser uneigennützige Einsatz vom Staat dazu mißbraucht wird, sich aus seiner eigenen Verantwortung zu stehlen.
Die aufgrund der verheerenden Arbeitsmarktpolitik und der knapp bemessenen Regelsätze vermehrte Notwendigkeit, solche Almosen in Anspruch nehmen zu müssen, dort hinzugehen und gesehen zu werden, hat mit Menschenwürde nicht mehr viel zu tun. Schließlich leben wir nicht im Krieg, wo alle Menschen irgendwie überleben müssen. Hier handelt es sich um eine politisch gewollte und hervorgerufene Ausgrenzung einer zunehmenden Minderheit, die bereits in die Millionen geht. Und das in einem der reichsten Länder der Welt, wo die Reichen immer reicher werden.
altDie Lösung kann deshalb nicht sein, das Elend irgendwie erträglich zu machen und sich dazu missbrauchen zu lassen, dass sich die Menschen damit abfinden. Die Montagsdemo fordert eine gesetzliche Absenkung der täglichen Arbeitszeit auf 6 Stunden bei vollem Lohn- und Personalausgleich, damit könnten rein rechnerisch rund 6 Millionen Menschen von der Straße geholt und die Hartz Gesetze restlos zurückgenommen werden.
Anstatt den Großkonzernen großzügig mit Subventionen beim Arbeitsplatzabbau zu helfen, könnten sich hier die Politiker mal im Sinne des Steuerzahlers profilieren.

 

Die nächste Montagsdemo am 28.7. bereitet das 4 jährige Jubiläum am 4.8. vor, wie immer um 17 Uhr am Berliner Platz.