Solidarität mit den am Dokumentarfilm „Water Makes Money“ Beteiligten

Kategorie: Solidarität
Veröffentlicht: Mittwoch, 6. Februar 2013
Geschrieben von Bürgerbewegung Kreislaufwirtschaft Total
Bürgerbewegung für Kryo-Recycling, Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz e.V.
Bürgerbewegung für Kryo-Recycling, Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz e.V.

Bürgerbewegung für Kryo-Recycling, Kreislaufwirtschaft  und Klimaschutz e.V.

Am 14. Februar beginnt um 13.30 Uhr im Pariser Justizpalast der Prozess des Veolia-Konzerns gegen den Film „Water Makes Money". Angeklagt sind der französische Vertrieb La Mare aux Canards und der zentrale Protagonist des Films, der Veolia-Mitarbeiter Jean-Luc Touly.

Der Dokumentarfilm prangert die Konsequenzen der Wasserprivatisierung für Wasserqualität, Infrastruktur und Preisgestaltung an. In Deutschland wird das Wasser noch zu großen Teilen kommunal verwaltet. Aber weltweit agierende private Konzerne wie Veolia und Suez sind bereits Teilhaber und Dienstleister in hunderten deutscher Gemeinden geworden. In England und Frankreich ist die Wasserversorgung schon seit Ende der 80er Jahre hauptsächlich in privater Hand.

Wasser ist ein elementares Lebensmittel. Nun will die EU den Markt für Wasser privatisieren. Der Konkurrenzkampf um die besten und ergiebigsten Wasserressourcen wird zu erheblichen Preisanstiegen führen. Als Portugal seine Rechte am Wasser veräußerte, führte dies zu einem Anstieg des Wasserpreises um 400 Prozent. Außerdem würde die Wasserqualität leiden.

Internationale Konzerne haben Wasser längst als Ware für Profitmacherei, für Spekulation und auch als politisches Druckmittel entdeckt.  Es ist nicht ausgeschlossen, dass Wasser und die Versorgung mit Wasser als politisches Macht - und Druckmittel eingesetzt werden, ja sogar Kriege darum geführt werden. In Libyen beispielsweise  befindet sich eines der größten Süßwasserreservoire der Erde. Künftig werden nicht nur Ölvorkommen Anlass für  Weltmarkt beherrschende Begierden, Erpressungen und vieles mehr sein.

Veolia ist der Hauptsponsor der EU-Plattform „Abwasser und Technologie" und  stellt auch den Vizepräsidenten und weitere zwei Mitglieder. Dieses Gremium berät die EU-Kommission bei der Auswahl von Forschungsprojekten, deren Förderung Veolia selbst beantragt.

Die Weltwasserkrise ist eine Seite der weltweiten Umweltkrise, die im Übergang zu einer globalen Umweltkatastrophe ist. Der legendäre Wasserkrieg der Bewohner von Cochabamba (Bolivien) im Jahr 2000 um das Trinkwasser, den sie mutig gegen Polizei- und Armeegewalt geführt haben, war ein wichtiges Signal für den weltweiten Widerstand zur Rettung der Umwelt vor der Profitgier.

Jean-Luc Touly und dem französischen Vertrieb La Mare aux Canards drohen bei einer Niederlage im Prozess hohe Schadensersatzforderungen. Und selbst bei einem Freispruch wäre es für einen milliardenschweren Konzern wie Veolia kein Problem, das Verfahren durch alle Instanzen zu jagen.

Hände weg vom Wasser!

Sofortige Einstellung des Verfahrens gegen den Vertrieb La Mare aux Canards und den Veolia-Mitarbeiter Jean-Luc Touly!