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Am 6. Mai wurde ich gegen 22 Uhr von zwei männlichen Personen vor meiner Haustüre angegriffen, geschlagen und mit einem Fußtritt am Oberschenkel verletzt. Ich habe mich verteidigt, so gut es ging und die Schläge weitgehend abgewehrt, um nicht hinzufallen. Den Fußtritt konnte ich nicht vermeiden und musste anschließend im Krankenhaus behandelt werden.
Nach Äußerem und Kleidung zu urteilen habe ich die Schläger der rechten Szene zugeordnet. Aber es geht nicht nur um Äußerlichkeiten: Wer schlägt denn feige auf einen älteren Menschen ein? Wie soll man eine solche Denkweise denn bezeichnen? Für mich trägt eine solche Vorgehensweise eindeutig ein faschistisches Gesicht. Wem ein solcher Vorwurf erspart bleiben soll, muss sich anders verhalten.
Ich werde den Verdacht nicht los, die feige Tat könnte politisch motiviert gewesen sein. Zumal in der Nachbarstadt Dortmund ebenfalls von Übergriffen von Neonazis berichtet wird. Das wird an meiner Person deutlich: Ich bin 70 Jahre alt und kommunalpolitisch motiviert im überparteilichen Personenwahlbündnis AUF Witten aktiv.
Zuvor war ich seit meinem 18. Lebensjahr bei den Jungsozialisten und danach lange Jahre in der SPD. Bis zu einem Zeitpunkt vor etwa 7 Jahren, wo mich meine kommunalpolitische Unzufriedenheit zum Umdenken bewogen hat und ich mich von der örtlichen SPD abgewendet habe.
Fast jeden Montag trage ich meinen gesellschaftspolitischen Protest bei der Montagsdemonstration in die Öffentlichkeit. Das mag manchen ein Dorn im Auge sein, da meine Gesinnung und Denkweise inhaltlich nicht mehr der Denk- und Vorgehensweise der örtlichen SPD entspricht.
Für mich persönlich ist die Montagsdemonstration eine öffentliche und demokratische Plattform, wo jeder am offenen Mikrophon kundtun kann, was ihm auf der Seele brennt. Hier kann auch der ein oder andere Mitbürger motiviert werden, gleiches zu tun, damit sich in unserer Stadt für alle Bürger ganz besonders für unsere Kinder etwas verändert.
Der hinterhältige Überfall hat in mir Angst hervorgerufen, die man nicht einfach abschütteln kann. Er hat sich tief in meinem Inneren eingebrannt. Ich versuche mittels Selbsthilfegruppe und Psychotherapie dieses Ereignis zu verarbeiten, um langfristig meine Angst zu überwinden. Mich aber so einzuschüchtern, dass ich jede politische Betätigung aufgebe, das haben die Neonazis nicht geschafft. Ich wende mich auch deshalb an die demokratische Öffentlichkeit, damit die feige, hinterhältige und menschenverachtende Denkweise der Neonazis angeprangert wird und ihren Versuchen, wieder hoffähig zu werden, ein Riegel vorgeschoben wird. Wehret den Anfängen. Faschistische Organisationen und ihre Propaganda gehören verboten!
Auch wenn AUF Witten den etablierten Parteien im Stadtrat ein Dorn im Auge ist, weil keiner von ihnen so offen wie AUF Witten für die Bedürfnisse der Bürger insbesondere die unser Kinder und Jugend eintritt, müssen alle demokratischen Kräfte im Rat doch geschlossen die braunen Umtriebe ablehnen und sich für ein Verbot der Neonazis stark machen. Das lehrt uns unsere Geschichte!
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