Dienstag, 22. Mai 2012

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Realsatire in Kopenhagen – Kommentar zum Welt-Klimagipfel

saubere Alternativen
Donnerstag, den 18. Februar 2010
René Schlüter - Mitglied im Vorstand von AUF Wittenvon René Schlüter, Sprecher im Vorstand von AUF Witten und Mitglied der Umwelt AG
 
Wie der geneigte Leser vielleicht noch weiß, riefen wir in der letzten Ausgabe von Witten im AUFbruch in Zusammenarbeit mit der Bürgerbewegung für KRYO- Recycling, Kreislaufwirtschaft, Klimaschutz (www.total-recycling.de bzw. www.umweltratschlag.de) zu Veranstaltungen und Demonstrationen am 12.12.2009 zum Weltklimatag und zur Unterstützung der während des Kopenhagener Umweltgipfel vom 7. bis zum 19.12.2009 eben dort demonstrierenden Umweltaktivisten auf. Auch wenn das „Ergebnis“ dieser Konferenz mittlerweile allseits bekannt sein dürfte, möchten wir trotz des kommunalen Charakters von AUF Witten und damit auch Witten im AUFbruch hier die dort getätigte internationale Umweltpolitik kritisch beleuchten.

Klimawandel und Staatsgrenzen

Der nicht zu bestreitende, verstärkende Effekt der menschlichen Industriegesellschaft bzw. ihrer in die Umwelt entlassenen Emissionen auf die sicher auch vorhandenen langfristigen, zyklischen, natürlichen Wandelprozesse unseres Weltklimas sollte heutzutage wirklich kein Diskussionsthema mehr sein. Da sich unser globales Klima, wie das Wort global schon impliziert, weltweit auswirkt und auf menschliche Einflüsse weltweit reagiert ist natürlich eine Eindämmung der durch uns hervorgerufenen negativ verstärkenden Effekte eine Aufgabe die zuallererst über jegliche Staats- und Einflussbereichsgrenzen hinweg von der intenationalen Staatengemeinschaft angegangen werden sollte.

Klimawandel und Profitgier

Klimabericht KarikaturAus genau diesem Grund trifft sich nun seit längere Zeit die internationale Staatengemeinschaft seit längerer Zeit zu lang vorbereiteten sogenannten Klimakonferenzen. Bei der in Kopenhagen stattgefundenen Konferenz sollte es jetzt unter anderem um ein Nachfolgeprotokoll für die Beschlüsse von Kyoto von 1997 gehen. Das Kyoto-Abkommen rief schon bei seiner Veröffentlichung große Kritik von Umweltverbänden und Umweltparteien, vor allem wegen des enthaltenen Ansatz mit Emissionen zu handeln bzw. diese zu verrechnen und ein gerechten Behandlung von Dritte Welt bzw. Schwellenländern im Vergleich zu den Industrienationen, hervor. Der Ansatz die Emissionen mittels zu bezahlenden Verschmutzungsrechten zu regeln beinhaltet erstens eine deutliche Besserstellung der Industrienationen (die wirtschaftlich gesehen mehr Emissionen bezahlen können) gegenüber jenen Dritte Welt- und Schwellenländern und andererseits den Versuch den Klimawandel in die Denkweise unseres kapitalistischen Wirtschaftssystems zu zwängen. Dem vom Klimawandel bedrohten globalen Ökosystem hilft jedoch das Geschacher um Emissionsrechte und damit verbundene privatwirtschaftliche Profite nicht, lediglich die unternehmerische Profitgier profitiert von dem bezahlten Recht auf Verschmutzung.      

Die Farce von Kopenhagen

Klimabericht Karikatur 2Unter den obengenannten Vorzeichen trafen sich nun nach zweijähriger, nicht öffentlicher Vorbereitungsphase 193 Staaten zur 15.UN-Klimakonferenz. Im Vorlauf dieses Ereignisses gab es nun von vielen beteiligten Staaten in der Öffentlichkeit die Ankündigung von größeren Zugeständnissen an die Rettung des Weltklimas. Besonders wurde das auch aus den USA geäußert, die übrigens nicht zu den Unterzeichnern des Kyoto- Abkommens gehörten.
Ergebnis dieser sicherlich unter erheblichen Einsatz von Steuergeldern vorbereiten und veranstalteten Konferenz ist nun ein Minimalkonsens in dem lediglich 30 der beteiligten 193 Staaten. In diesem Konsens wird lediglich festgestellt das die von uns Menschen in der Industriegesellschaft produzierten Emissionen einen negativen Einfluss auf die Veränderung unseres Weltklimas haben könnte und das man die daraus folgende Klimaerwärmung unter der Marke von zwei Grad Celcius halten wolle. Angesichts der mittlerweile wohl jedem Menschen bewussten Gefahr für unser Leben auf diesen Planeten durch den Klimawandel kann man die verantwortungslosen Vorgänge im Vorlauf und während der Ausrichtung dieser Konferenz und damit natürlich auch ihr Ergebnis als Farce bezeichnen. Im Schulsystem würden Lehrer von Leistungsverweigerung sprechen und mit ungenügend benoten.

Klimawandel und Kommunalpolitik

Wie im Vorhinein schon geäußert ist der Klimawandel zuallererst ein international anzugehendes Problem. Wenn man jedoch die nicht vorhandene Effektivität der dazu abgehaltenen Konferenzen wie jetzt in Kopenhagen sieht kommt man nicht umhin gerade auch im Angesicht der dort gezeigten Verantwortungslosigkeit nach unserer eigenen Verantwortung als Menschen und auch als Kommune zu Fragen. Wenn schon die große globale Politik ihren Aufgaben zum Klimaschutz nicht nachkommt, ist das eine Begründung nicht vor unserer eigenen Haustür zu kehren?

Klimawandel und kommunaler Haushalt

Deshalb braucht Witten in dieser Zeit der kommunalen Schuldenlasten ein Zinsmoratorium (Vgl. „Aktuelle Haushaltsberatungen im Lichte der Umweltpolitik“), um Geld unter anderem in ein Umweltkonzept zu investieren. Den gerade wir als Bürger eines der immer noch reichsten Länder der Erde sollten uns nicht zu schade sein gerade auch angesichts der Farce von Kopenhagen einen Schritt weiterzugehen für die Zukunft unserer Stadt und auch unserer Erde.

Um uns selbst, müssen wir uns selber kümmern!