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Im AUFbruch Nr. 1/2007 berichteten wir über den Ausbau der Müllverbrennungsanlage in Herten und den sich dagegen formierenden Widerstand. Zunächst ist die Verbrennung von 5.000 Tonnen HCB vorgesehen, 2008 sollen zu den zwei vorhandenen Verbrennungslinien zwei weitere gebaut werden, mittels denen dann zur vollen Auslastung weiterer giftiger Industriemüll - auch aus Australien - gegen horrende Bezahlung mitten im Ballungsgebiet verbrannt wird. HCB (Hexachlorbenzol) ist ein äußerst gefährliches und von der Stockholmer Konvention verbotenes Pestizid und in Deutschland seit 1981 nicht mehr zugelassen. Ursprünglich wollte die Herstellerfirma ORICA das kristalline weiße Pulver direkt in Australien verbrennen. Dort allerdings wurde das durch eine gut organisierte und starke Bürgerbewegung verhindert, weil das dabei freigesetzte Gift in das Fett von Tieren eingelagert wird und von dort in die Nahrungskette gelangt.
Lesen Sie, was Schülerinnen vom Mülltourismus halten.
Ist Deutschland der Mülleimer der Welt?
Bundesumweltminister Gabriel befürwortet die Müllverbrennung. Er sagte dem "Spiegel", Ausgabe 8/2007, dass Deutschland mit seinen sehr guten Anlagen zur Sondermüllverbrennung ein Stück umweltpolitische Verantwortung übernimmt.
Dabei ist doch gerade Müllverbrennung Gift für unsere Umwelt. Wir sind die, die das Resultat der Müllverbrennung tragen müssen. Wir haben hier die hohe Umweltbelastung, nicht diejenigen, von denen der Müll stammt. Nein. Sie haben reine Luft.
Nur weil es Geld einbringt, den Müll zu verbrennen, der uns nicht gehört und unsere Verbrennungsanlagen nicht ganz ausgelastet sind, soll unsere Umwelt Schaden nehmen? Wenn wir schon den Müll entsorgen sollen, dann doch lieber umweltfreundlich.
Kryo-Recycling würde dabei helfen. Hilfe ist genau das, was wir jetzt brauchen. Denn wenn es so weitergeht, dann wird es bis 2100 zu schweren Katastrophen kommen. Der Meeresspiegel wird bis 2100 um bis zu 43 Zentimeter steigen und im Sommer wird die Antarktis wahrscheinlich eisfrei sein und Gletscher in den Bergen könnten verschwinden, wie die Ruhr-Nachrichten vom 30. Januar 2007 berichten.
Das ist nicht nur schlimm für uns Menschen, sondern auch eine Katastrophe für die Tiere, die dadurch größtenteils ihre Heimat verlieren oder sogar aussterben. Wir haben es in der Hand und müssen etwas tun und zwar alle.
Lisa, 16 Jahre
Es geht ums Überleben.
Wenn wir Menschen nicht handeln, wird die Welt untergehen. Bundesumweltminister Gabriel mahnt die Verbraucher, auf umweltfreundliche Produkte zu achten. Derselbe Minister hat aber keine Einwände gegen die Verbrennung von Giftmüll aus aller Welt in Deutschland.
Es wird gesagt, was die Schornsteine verlässt, liege unter den gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerten. Doch selbst die kleinsten Partikel, die von den besten Anlagen ausgeblasen werden, sind krebserregend. Die Krebsrate steigt. Mal schauen, wer morgen stirbt.
Die Verbrennung ist angeblich bei einer Mindesttemperatur von 1.200°C ungefährlich. Aber in Herten wird Müll bei 900°C verbrannt.
Aus Australien sollen 22.000 Tonnen HCB nach Deutschland geschifft werden. Eine Investition mit Zukunft, sagen die Politiker. Denn dadurch würden wahrscheinlich bald Mülllieferungen aus allen Weltteilen geliefert werden mit Aufträgen. Gegen Geld versteht sich.
Wenn das HCB verschifft wird, könnte es beim Transport das Meereswasser verseuchen, mit unvorhersehbaren Komplikationen. Außerdem wird wegen dem Transport die Umwelt mit CO2 belastet.
Kann man wirklich die Verantwortung für solch einen Massenmord tragen? Es kann doch nicht immer ums Geld gehen. Man sollte endlich die großen Probleme angreifen und nicht immer mittels kleiner ablenken.
Annika, 15 Jahre
Sauber macht lustig?!
von Selina, 15 Jahre
Da wir aus Australien den Müll verbrennen, gelangen 22.000 t HCB in die Luft. Für so einen Mülltransport verdient Deutschland 22 Millionen Euro. Eines weiß man, dass eine Müllaktion wie "Sauber macht lustig" an Schulen nichts nützt, wenn die Fabriken immer weiter machen. Und giftig für Menschen und unsere Umwelt wird der Stoff auch immer bleiben, wenn nicht bald etwas passiert. Interessiert die Industrie nicht
von Lisa, 14 Jahre
Bewohner, die in der Nähe oder im Umfeld der Müllverbrennungsanlage leben, beschweren sich schon seit Jahren über die schlechte Luft und haben Angst um ihre Gesundheit und die ihrer Kinder.
Aber dies interessiert die Industrie nicht. Hauptsache, das Geld stimmt, und das tut es auch. Aber wollen wir unsere Erde gefährden oder zerstören?
In ein paar Jahren wird jedes Lebewesen krank sein. Und da hilft auch keine "Sauber macht Lustig" Aktion an Schulen. Warum sollen die Kinder lernen, die Umwelt sauber zu halten, wenn die Industrien sie förmlich zerstören?
Es liegt alles an den Industrien und an den giftigen Stoffen, die in die Luft geraten.
Soweit die Jugendlichen - können wir uns da nicht eine Scheibe davon abschneiden? Machen Sie mit in der Umwelt-AG von AUF Witten!
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