Dienstag, 22. Mai 2012

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Behindertes Kind krass benachteiligt

Diskriminierung behinderter Menschen
Freitag, den 13. Februar 2009

Ich bin alleinerziehend mit zwei Kindern. Meine Tochter ist 9 und mein Sohn ist 7 und körperbehindert. Er hat einen Ausweis 80% GdB und Pflegestufe I.

Jetzt habe ich für ihn ein Dreirad beantragt, weil er mit einem normalen Fahrrad ja nicht fahren kann. Das Teil wurde genehmigt, aber ich soll 255 € Eigenanteil aufbringen, weil man ja einem gesunden Kind auch ein Fahrrad kaufen würde.

Wer kann denn mit Hartz IV seinem Kind ein Fahrrad für 255 € kaufen? Ich habe überall nachgefragt, bei der Jobagentur, bei der Krankenkasse und beim Sozialamt. Es gibt keine Zuschüsse. Da ich Privatinsolvenz anmelden musste, kann ich keine Ratenzahlung vereinbaren, also wird mein Sohn kein Fahrrad bekommen weil ich es mir nicht leisten kann.

Vorfahrt für die GerechtigkeitDa sagen die, man soll nicht schlechter gestellt sein, weil man ein behindertes Kind hat und dann sowas. Irgendwas stimmt doch mit unserem System schon lange nicht mehr. Dann habe ich bei der JobAgentur den Behinderten-Zuschlag von 17 % für meinen Sohn beantragt, der ihm nach § 28 SGB II zusteht, und er wurde mit der Begründung abgelehnt, dass mein Sohn das 15. Lebensjahr noch nicht beendet hat.
Davon steht aber nichts im Gesetz. In dieser Sache habe ich jetzt einen Anwalt eingeschaltet. Mal sehen was dabei rauskommt. Es ist aber auf jeden Fall so, dass man wirklich allein gelassen wird von den Behörden. Keiner ist zuständig und keiner hat Ahnung. Fakt ist aber: man muss für alles kämpfen und man darf sich nicht einfach abweisen lassen.

Andrea Neuber, Witten

 
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