Leserbrief zum WAZ-Artikel "Iran-Krieg gibt dem ZF-Standort Witten Rückenwind"
Von Achim Czylwick, langjähriges und aktives Mitglied in AUF Witten, hat zu dem in der Wittener WAZ erschienenen Artikel Ausgerechnet Iran-Krieg gibt dem ZF-Standort Witten Rückenwind in dem nachfolgenden Leserbrief Stellung bezogen. Dieser wurde den Lesern bedauerlichweise vorenthalten, da kritischen Meinungen offenbar nicht erwünscht sind.
Die Behauptung, der Iran-Krieg würde Unternehmen wie ZF „Rückenwind“ verschaffen, ist an Zynismus kaum zu überbieten. Dieser Krieg bedeutet zerstörte Städte, tausende Tote, Millionen Vertriebene – und unermessliches Leid. Wer darin ernsthaft einen ökonomischen Vorteil rechtfertigen will, hat jeden moralischen Maßstab verloren.
Hier zeigt sich eine Denkweise, die Krieg als legitimes Mittel im internationalen Konkurrenzkampf begreift. Militärische Eskalation wird nicht als Katastrophe benannt, sondern als Konjunkturprogramm umgedeutet. Das ist nichts anderes als die ideologische Begleitmusik zu einer Politik der Aufrüstung – auch in Deutschland.
Bezahlt wird diese Politik nicht von „der Wirtschaft“, die verdient Milliarden, sondern von der Gesellschaft: durch Kürzungen im Sozialstaat, durch wachsende Unsicherheit und durch eine Spirale der Militarisierung. Das führt garantiert zum Gegenteil von Frieden noch Wohlstand.
Umso bezeichnender ist die geschönte Darstellung der Situation bei ZF. Wenn ausschließlich Standortleitung und Betriebsratsspitze zu Wort kommen, entsteht ein Bild, das mit der Realität vieler Beschäftigter wenig zu tun hat. Wer ehrlich berichten will, muss auch die Stimmen der Kolleginnen und Kollegen einbeziehen. Es würde dann sehr unbequem für Standortleitung und Betriebsratsspitze für die Märchen einer heilen Welt im Wittener Werk.
Wer Krieg als wirtschaftliche Chance verkauft, muss zwangsläufig auch die Wirklichkeit in anderen Fragen verbiegen.








