Samstag, 19. Mai 2012

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Höhere Löhne müssen her

positive Alternativen
Donnerstag, den 01. Mai 2008

von Peter Frey – Mitglied im Vorstand von AUF Witten

Seit den 90’er Jahren des letzten Jahrhunderts gibt es in Deutschland einen Reallohnabbau – das heißt, man kann für sein Geld immer weniger kaufen, auch wenn auf der Abrechnung mehr drauf steht. Im letzten Jahr gaben immer mehr Menschen die passende Antwort auf die ständige Preistreiberei und kämpften um Mindestlöhne, echte Tariferhöhungen oder die Erhöhung der Renten.

Herner Schüler gegen die Schließung von Nokia BochumBesonders über die Lokführer oder aktuell über die Kollegen von der Post ist viel in den Medien berichtet worden. Trotz der Versuche, die Lohnforderungen als dreist und vermessen zu diffamieren, überwog doch vor allem die Sympathie mit den Kollegen und ihrem Weg, eine echte Erhöhung ih­res Einkommens durchzusetzen.

Gewerk­schaften müssen kämpfen

Es ist gut, dass hier einige Gewerkschaften wieder mehr Kampfgeist zeigen. Gemeinsam für höhere Tarifabschlüsse und bessere Arbeitsbedingungen zu kämpfen, ist doch gerade die ureigenste Aufgabe der Gewerkschaften.
Dagegen führt die Politik, gemeinsam mit den Geschäftsleitungen die Wirtschaft führen zu wollen, zu faulen Kompromissen mit Lohnverzicht, Arbeitsplatzabbau und Arbeitszeitverlängerung.

Für ein gesetzliches Streikrecht

In Deutschland gibt es ein sehr eingeschränktes Streikrecht – lediglich während einer Tarifauseinandersetzung darf gestreikt werden, ansonsten herrscht Friedenspflicht. Wie man beim Tarifkampf der Lokführer sehen konnte, als die Bahn per Einstweiliger Verfügung den Streik verbieten lassen wollte, mischen sich selbst in der Tarifrunde Gerichte ein und schlagen sich auf die Seite der Unternehmen.
Es ist an der Zeit, auch in Deutschland ein gesetzliches Streikrecht einzuführen, wie es in vielen anderen europäischen Ländern schon lange existiert.
Es ist notwendig, dass man nicht nur für höhere Löhne sondern zum Beispiel auch gegen die Schließung eines Standortes oder für die Übernahme von Auszubildenden oder Leiharbeitern streiken darf.

Für Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich

Trotz zum Teil enormer Gewinne der Unternehmen in Deutschland gibt es keine spürbare Reduzierung der Arbeitslosigkeit. Die Ursachen liegen in einer erhöhten Arbeitsproduktivität und verschärften Ausbeutung der Arbeitskraft. Dadurch werden für dieselbe Produktion weniger als die Hälfte der Leute gebraucht als Anfang der 90’er Jahre.
Da gibt es nur eine sinnvolle Lösung: Die Arbeit muss auf mehr Schultern verteilt werden!
AUF Witten unterstützt deshalb die Forderung nach einer Arbeitszeitverkürzung auf 30 Stunden in der Woche bei vollem Lohnausgleich! Es ist Unsinn, wenn die Unternehmen behaupten, das sei unbezahlbar. Durch die Produktivitätssteigerung ist das schon mehrfach finanziert.
Eine Arbeitszeitverkürzung auf 30 Stunden würde in Deutschland rechnerisch zu 6,4 Millionen Vollzeitarbeitsplätzen führen. Das wären 6,4 Millionen mehr Menschen, die in die Sozialversicherungen einzahlen und wieder mehr Geld in der Tasche zum Einkaufen hätten. Gleichzeitig wären das 6,4 Millionen weniger Menschen mit ihren Familien, die von den Kommunen über Arbeitslosen- oder Wohngeld unterstützt werden müssten.
Die Forderung nach Arbeitszeitverkürzung ist aktueller denn je! So hat zum Beispiel die IG Metall auf ihrem letzten Gewerkschaftstag beschlossen, weitere Anstrengungen für eine Arbeitszeitverkürzung zu unternehmen.

Der Jugend eine Zukunft

Vor allem für die Zukunft der Kinder und Jugendlichen ist es wichtig, eine Perspektive zu schaffen. Anstatt Ausbildungsplätze abzubauen, sollte eine feste Ausbildungsquote von 10% in der Großindustrie eingeführt werden. Die Stadt Witten sollte gerade in der Förderung der Jugend Vorbild sein.
Das heißt aber auch, keinen einzigen Arbeitsplatz kampflos aufzugeben! Jeder Arbeitsplatz, der wegfällt, fehlt der Jugend – und sei es auch „sozialverträglich“ durch Altersteilzeit, Abfindungen oder einfach keine Neubesetzung, wenn Kollegen in Rente gehen.

Um uns selbst müssen wir uns selber kümmern...

... das ist das Motto von AUF Witten!

Machen Sie mit, nehmen Sie ihre Sache selbst in die Hand und werden Sie aktiv bei AUF Witten!