Die Montagsdemobewegung gegen die Hartz-Gesetze gibt es in Deutschland seit 2004. Zunächst in Ostdeutschland, später in fast 200 Städten Deutschlands, heute immer noch in über 100 Städten, gehen Menschen jeden Montag auf die Straße gegen die Hartz-Gesetze. Insbesondere die Einführung von Hartz IV hat einen Niedriglohnsektor geschaffen. Das Lohnniveau wurde seitdem um über 30% gesenkt, gleichzeitig nehmen Terror und Druck auf den Ämtern zu. Die Kommunen werden dazu mit den Sozialausgaben belastet, was vorher der Staat übernommen hatte. Alleine in Witten sind das über 4 Millionen Euro jährlich.

Längst geht es jedoch nicht mehr nur um Hartz IV, sondern vor allem um eine gesellschaftliche Perspektive. Die Themenvielfalt ist so bunt wie das tägliche Leben, denn Hartz IV hält in vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens einzug. Entsprechend findet eine zunehmende gesamtgesellschaftliche Debatte auf der Montagsdemo statt, nach der Frage, wie die Probleme gelöst werden können. Der Montag hat sich zunehmend zum Tag des Widerstands entwickelt.

AUF Witten ist Initiator der Wittener Montagsdemo und unterstützt die Bewegung weiterhin. Sie ist von Beginn an ein offenes Forum für alle geworden. Das offene Mikrofon ist ihr Wesensmerkmal. Deshalb rufen wir Sie auf:

Kommen Sie zur Montagsdemo!

Jeden Montag, 17 Uhr an der Bahnhofstraße/Ecke Nordstraße

Bundesweite Montagsdemo macht Ausbildungssituation bundesweit zum Thema

Koordinierungsgruppe Bundesweite Montagsdemo, 3.7.20

Die Bundesweite Montagsdemo macht die Ausbildungsplatzsituation und den Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit zum bundesweiten Schwerpunkt der Montagsdemos im Juli.
 

In einer Umfrage vom 8. Mai 2020 (www.ausbildung.de) unter 700 Auszubildenden und 1.700 Schülern äußerten 59 Prozent aller Ausbildungsbewerber Angst, dass sie keinen Ausbildungsplatz bekommen. „Diese Sorge ist völlig berechtigt“, so Ulrich Achenbach von der Koordinierungsgruppe der Bundesweiten Montagsdemo. „Auch wir sind sehr besorgt über die Situation der Entwicklung von Ausbildungsplätzen und der Übernahme von Lehrlingen. Beides hat sich im Wechselspiel von Corona-Pandemie und Weltwirtschaftskrise massiv verschlechtert. 2020 sind 2,1 Millionen junge Menschen zwischen 20 und 34 Jahren ohne Berufsabschluss. Wir werden auf den Montagsdemos bundesweit im Juli auf diesen Mißstand aufmerksam machen“. Offiziell suchten 2019 73.700 Jugendliche vergeblich einen Ausbildungsplatz. Seit dem Ausbruch der neuen Weltwirtschaftskrise setzte spätestens 2019 bei den Großkonzernen eine rapide Vernichtung der Ausbildungsplätze ein: -38 Prozent von 2018 auf 2019; bei Opel: -60 Prozent von 2017 auf 2019; bei VW: -18 Prozent von 2019 auf 2020.

Die Bundesweite Montagsdemo fordert u.a.: 10% Ausbildungsquote in Großkonzernen und unbefristete Übernahme nach der Ausbildung!

Wir laden herzlich Jugendliche, Ausbildungssuchende, Gewerkschafter, JAVen und alle Interessierten ein.

Ein besonderes weiteres Anliegen der Montagsdemos ist die Solidarität mit den Beschäftigten von Kaufhof und Karstadt im Kampf um ihre Arbeitsplätze.

Für die Koordinierungsgruppe

Ulja Serway, Matz Müllerschön, Ulrich Achenbach

 

Montagsdemos finden am 6. Juli 2020u.a. statt in:

Balingen: 18 Uhr vor der Stadtkirche

Berlin: 18 Uhr Alexanderplatz an der Weltzeituhr

Dortmund: 18 Uhr Europabrunnen

Essen: 18 Uhr an der Porschekanzel

Hagen: 18 Uhr Elberfelderstraße auf Höhe Kaufhof

Halle: 17 Uhr vor der Ulrichskirche, Leipziger Straße

Hamburg: 18.30 Uhr Mönckebrunnen

Hannover: 18 Uhr Steintorplatz

Heidelberg: 18 Uhr Bismarckplatz

Karlsruhe: 18 Uhr Marktplatz

Mannheim: 18 Uhr Paradeplatz

München: 18 Uhr Marienplatz

Saarbrücken: Europagalerie

Stuttgart: 17 Uhr Schlossplatz

Tübingen: 18 Uhr Holzmarkt

Witten: 17 Uhr Berliner Platz

Montag 8. Juni 17.00 Uhr Witten, Berliner Platz - Solidarität mit den antirassistischen und antifaschistischen Protesten in den USA

Liebe Freunde,

wir möchten kurzfristig und im Auftrag der Wittener Montagsdemo mitteilen,

dass die morgige Montagsdemo 8. Juni 2020 um 17.00 Uhr auf dem Berliner Platz im Zeichen der Solidarität mit den antirassistischen und antifaschistischen Protesten in den USA steht.

Weltweit demonstrierten auch am Wochenende wieder Hunderttausende gegen Rassismus und faschistische Polizeigewalt. Die Wittener Montagsdemos schließt sich diesen Protesten an. Die Rebellion gegen rassistische und faschistische Polizeigewalt ist vollkommen gerechtfertigt! Wir sagen: Null Toleranz für Rassismus und Polizeigewalt – in den USA und überall! Genug ist genug! Unser tiefes Mitgefühl gehört den Angehörigen und Freunden von George Floyd.

Am 25. Mai wurde der Afroamerikaner George Floyd von einem Polizistenkaltblütig ermordet. Seitdem gibt es Massenproteste in den USA und Solidarität aus aller Welt. Während US-Präsident Donald Trump das Militär gegen friedliche Demonstrantinnen und Demonstranten einsetzt, gehenvielerorts Polizisten auf die Knie, um ihre Solidarität mit den Protesten zu zeigen. Auch in Deutschland starben und sterben Menschen durch Polizeigewalt. Halim Dener, Oury Jalloh, Berkin Elvan, Baris Cakan sind nur einige Namen. Wir protestieren gegen Rassisten und Faschisten bei der Polizei, gegen Donald Trump und seine rassistische Politik und seine Brüder im Geiste von der AfD in Deutschland.

Wir laden herzlich alle Jugendlichen, alle Demokraten, Antifaschisten und alle Internationalisten ein – kommt zu den Montagsdemos! Zeigt eure Solidarität: Malt Schilder, sprecht am Mikrofon, bringt Lieder mit!

Montag 8. Juni 17.00 Uhr Berliner Platz Witten

Montagsdemo geht wieder los!

Die bundesweite Montagsdemobewegung beginnt wieder mit Montagsdemos. Auch in Witten findet deshalb morgen um 17 Uhr am Berliner Platz eine Montagskundgebung statt mit offenem Mikrofon. Die Schutzmaßnahmen nach dem Infektionsschutzgesetz werden hoch gehalten (Mundschutz zur Teilnahme mitbringen, Abstand).

14 Jahre beständiger „Tag des Widerstands“

„… Beteiligt euch, dann kommt die Zukunft schon!“ So endete ein Gedicht eines Montagsdemonstranten aus Witten der zur 14-Jahres-FeierMontagsdemo in Witten.

Über 30 feste Teilnehmerinnen und Teilnehmer und bis zu 100 Zuhörer auf dem Berliner Platz folgten der Feier.

Gratulationen zum beständigen „Tag des Widerstands“ an der ganzen Bandbreite der Fragen gab es von einer Reihe von regelmäßigen Teilnehmerinnen und Teilnehmern; von Frauen vom Frauenverband Courage; vom Ratsvertreter Achim Czylwick von AUF-Witten. Anna Vöhringer sprach für den Jugendverband REBELL. Der Vertreter der MLPD hob die große Bedeutung der weiter wachsenden Zusammenarbeit gegen die Rechtsentwicklung der Regierung und die solidarische Diskussion über eine antikapitalistische Alternative hervor. Ein Vertreter der Arbeitsloseninitiative brachte seine solidarische Grüße für den gemeinsamen Kampf gegen die unmenschlichen Hartz-Armutsgesetze.

Ein Rentner – der wie viele andere auf dem Berliner Platz lange zugehört hatte - fühlte sich herausgefordert und hat erstmals das Wort am offenen Mikrofon ergriffen und sich dafür ausgesprochen unbedingt die Kritiken an der herrschenden Politik klar auf den Tisch zu bringen und zugleich auch Alternativen aufzeigen und - wie er es nannte - „gesprächsbereit“ zu sein. Mit mehreren musikalischen Einlagen und anschließenden Sekt und Orangensaft wurde die Jahresfeier würdig nach über einer Stunde abgeschlossen. Die Montagsdemo verabschiedete eine Solidaritätserklärung mit den unbefristet streikenden Mitarbeitern des Essener Uni-Klinikums.

2020  AUF Witten - Um uns selbst müssen wir uns selber kümmern