Leserbrief zum WAZ Artikel "Blühstreifen an der Seestraße abgemäht"

Ich stimme mit Herrn Sallermann in seiner Kritik an Straßen NRW und derer unverständlichen Aktion in jedem Punkt überein. Auch ich bin entsetzt über das rücksichtslose Abmähen des Blühstreifens an der Seestraße! Hier wurde wieder einmal verantwortungslos Insekten und Kleintieren der Lebensraum genommen. Der Erklärungsversuch eines nicht mit Namen genannten"Sprechers" von Straßen NRW ist unverständlich und hanebüchen. Was, bitte schön, soll ein Intensivbereich am Straßenrand in diesem Zusammenhang  sein? Das einzige, was Straßen NRW "intensiv" betreibt ist unsensibles Handeln der Natur gegenüber! Bis zum Herbst hätte man mit dieser unrühmlichen Aktion auf jeden Fall noch warten können! Auch häufiges grundloses Bäumefällen am Straßenrand gehört zum Standardprogramm des Landesbetriebs; vielleicht sollte sich die Institution umbenennen in "Umweltvernichter NRW", das käme der Sache schon näher!

Andreas Bremer (Umweltaktivist und Kommunalwahlkandidat von AUF Witten)

Bergleute und Umweltbewegung demonstrieren gemeinsam gegen Inbetriebnahme von Datteln IV

„Das ist ein historisches Ereignis“ - so Christian Link, öffentlicher Sprecher von Kumpel für AUF. „Wir demonstrieren gemeinsam: die Bergarbeiter mit der Umweltweltbewegung! Es gelingt nicht mehr uns zu spalten, wie es jahrzehnte lang gemacht wurde, den Kampf um Arbeitsplätze gegen den Umweltschutz auszuspielen. Wir brauchen beides: Arbeitsplätze und eine saubere Umwelt.“

Die heutige Demonstration der Bergleute mit über 240 Teilnehmern in Datteln prangerte die verlogene Politik von RAG, Bundes- und Landesregierung an und war sich einig: Dass heute Nacht das Kohlekraftwerk Datteln IV in Betrieb genommen wurde ist eine Provokation! Den Kumpel und der Bevölkerung wurde erzählt, der Steinkohlebergbau wird geschlossen, um das Klima zu schützen. Jetzt wird dieses Kraftwerk mit „Blutkohle“ aus Kolumbien betrieben. „Die Umweltschützer waren total begeistert, dass wir Kumpels mit ihnen protestierten. Auch wir sind dagegen, dass dieser wertvolle Rohstoff Kohle verbrannt wird – egal aus welchem Land die Kohle kommt! Wir kämpfen um unsere Arbeitsplätze, verlangen von der RAG die Weiterbeschäftigung der entlassenen Nicht-APG berechtigten Bergleuten und für alle gleichwertige Ersatzarbeitsplätze. Auch das fanden die Umweltschützer sehr einleuchtend“. Es fand eine richtige Verbrüderung der Arbeiter- mit der Umweltbewegung statt.

Es ist klar: Es wird nicht die letzte der – bisher 12 - kämpferischen Bergarbeiterdemonstrationen gewesen sein, denn mit der Stilllegung der Zechen hinterlässt die RAG eine verbrannte Erde: hunderte Bergleute werden arbeitslos; Ausbildungsplätze wurden vernichtet; preiswerte Bergmannswohnungen werden an „Heuschrecken“ wie Vonovia, LEG, Immeo oder Rhein Ruhr Invest verkauft was Verwahrlosung oder Erhöhung der Mieten zur Folge hat; die Betriebsrente „Deputat“ wurde gestrichen; die Gesundheit vieler Kumpel ist ruiniert und durch die Flutung der Zechen, mit dem Giftmüll unter Tage, wird eine regionale Trinkwasserkatastrophe provoziert. Zu näheren Informationen der nächsten Demonstration wenden Sie sich bitte an Kumpel für AUF.

Bürgerinitiative Bebbelsdorf: "Wir fordern ein Neues Verkehrsgutachten!"

Die Bürgerinitiative Bebbelsdorf hielt die nachfolgenden zwei Redebeiträge am Montag, den 18.3. im Haupt- und Finanzausschuss als Begründung für zwei Bürgeranträge zur Überprüfung des Bauantrags 256 Bebbelsdorf Süd mit geplanten 48 Wohneinheiten auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei Schüren gehalten haben.

Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin, sehr geehrte Damen und Herren

Wir die Bewohner des Bebbelsdorfs stehen heute hier um ein neues Verkehrsgutachten für den Bebauungsplan B 256 Bebbelsdorf Süd zu fordern. Das zurzeit vorliegende Verkehrsgutachten zeigt erhebliche Mängel auf. Zum einen wurde es bereits 2015 erstellt. Es ist fehlerhaft und nicht mehr aktuell. Die ermittelten Werte stützen sich auf den 19.07.2016. Dieser Tag lag in den Sommerferien und war einen der heißesten Tage des Jahres.

Viele Bewohner waren zu dem Zeitpunkt im Urlaub  oder haben sich in Ihren Häusern versteckt. Kindergärten und Schulen waren geschlossen. Deshalb war das Verkehrsaufkommen an diesem Tag äußerst gering. Die weiteren Zählungen waren am 08.12.2015  und 08.11.2016.

Auch wurden Messwerte , die lediglich errechnete Annahmen sind und mit der tatsächlichen Verkehrssituation in der Straße Bebbelsdorf nichts zu tun haben, als Grundlage für das bestehende Gutachten verwendet. Sie entbehren somit unserer Meinung nach, einer korrekten Grundlage.

Das Fahrzeugaufkommen im Neuen Plangebiet wird mit viel zu wenigen Fahrten angesetzt. Bereits im Oktober 2017 und Januar 2018 haben wir auf folgendes hingewiesen. Die Theorie das Studenten keine Autos besitzen stimmt nicht. (siehe Neubau Parkhaus an der Uni). Im Verkehrsgutachten wird bei 50 WE = 175 Personen von 50 PKWs ausgegangen!

Dies viel zu gering berechnet!!! Realistisch wären mindestens 80 – 100 PKWs. So ergeben sich statt der 445 Fahrten laut Verkehrsgutachten ca. 820 Fahrten pro Tag! Dies ist nur der zusätzliche Verkehr der neuen Bewohner des Plangebietes.

Meine Damen und Herren, die Fahrten von Besuchern , Taxen , Paketboten, Handwerkern , Müllabfuhr ect.kommen noch hinzu. Wo sollen meine Damen und Herren die Zusätzlichen  Fahrzeuge Parken?? Wenn in der Planung nur 56 Parkplätze geplant sind. Ergänzend möchten wir noch hinzufügen das seit 2016/2017 die Bewohner – Verkehrsstruktur stark verändert hat.

Alte sind Verstorben neue Familien hinzugezogen und Firmen haben sich im Bebbelsdorf und Liegnitzerstr. neu angesiedelt, deren Mitarbeiter parken zum Großteil im Bebbelsdorf! Bei Emission- und Schallschutzwerten wurden gravierende Beeinflussungen durch BAB 448, die nach der Öffnung der Querspange ca. 20.000 KFZ pro Tag mehr frequentiert wird, nicht berücksichtig. Jetzt schon ohne zusätzlichen Verkehr überschreiten wir Tags wie Nacht die Grenzwerte der 16 BImSchV.

Laut WHO sind die angegebenen Werte gesundheitsbedenklich.

Es wurden zudem das umliegende Gewerbe und die Pferdebachstraße, die viel Verkehr hat nicht berücksichtigt. ( Zubringer für die A44 + A45 )Auch der Friedhof mit seinem großen Verkehrsaufkommen und ständiger Lärmbelästigung fehlt. Z.B. Ab 6:00 Uhr morgens kontinuierliche LKW zu und ab fahrten,Baggerarbeiten,Kettensägenarbeiten,häufige zu und Abfahrten von Bestattern. Friedhofbesucher fahren nur über das Bebbelsdorf da die Hauptzufahrt des Friedhofs mit Pollern versperrt ist.

Wie auf den Fotos zu sehen ist die Parksituation bereits zum jetzigen Zeitpunkt mehr als schwierig, mit den neu zu erwarteten Fahrzeugen wird diese katastrophal, da wir durch unsere Inselstellung keine Ausweichmöglichkeit haben in Nachbarstraßen zu Parken.

Obwohl wir eine Anliegerstraße sind gehört es leider zur Tagesordnung das nicht ansässige Fahrzeuge durch unsere Straße fahren und dabei oft das Tempolimit von 30Kmh überschreiten,

leider bleibet es nicht nur bei PKWs auch eine große Anzahl von LKW’s bedient sich gerne des Bebbelsdorf als Abkürzung, in beide Richtungen ( da wären  Müllabfuhr, Gartenbaubetriebe, Straßenreinigung, Zulieferer für Gewerbe… )

Daher unsere Forderung nach einem Neuem Verkehrsgutachten!!!!

Danke für Ihre Aufmerksamkeit

Die auftretenden Probleme bei Regenwetter sind für das Bebbelsdorf von großer Bedeutung, wie die Bürgerinitiative Bebbelsdorf in einem zweiten Redebeitrag deutlich ausführte:

Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin  – sehr geehrte Damen und Herren

Wir die Bürger des Bebbelsdorf stehen hier um Ihnen unsere Bedenken und Ängste zu erläutern, die mit dem Neubau von 48 Wohneinheiten auf dem ehemaligen Grund der Gärtnerei Schüren und dem Neubau der Firma Ellerhold sowie dem Bau einer Pumpstation für Regenwasser auf der  Brachwiese oberhalb des Bebbelsdorf mitsichbringen,fast das gesamte Schmutz – und Regenwasser der beiden Neubaugebiete wird zusätzlich in die Kanalisation vom Bebbelsdorf eingeleitet. Diese Belastung ist für den Abwasserkanal nicht mehr leistbar.

Aus den leidvollen Erfahrungen der letzten Jahre kommt es immer wieder bei Stark – Platzregen zu Überflutungen der Kellerräume in den Häusern des Bebbelsdorf – der Liegnitzer Straße und des Gemeindeeck . Die Gullys laufen über und das Schmutzwasser wird in die Häuser zurück gedrückt. Erschwerend kommt noch hinzu das Regenwasser  den Walfischbach an der Friedhofseite ansteigen lässt und das Grundwasser dort nicht ablaufen kann.

Durch die zusätzliche Verdichtung und Versiegelung des Bodens aufgrund der Baumaßnahmen wird  der Grundwasserspiegel ansteigen und die Gefahr von Wasserschäden erhöhen. Dies geschieht durch das ableiten von Niederschlagswasser in das Klüftige Grundgebirge des neuen Plangebietes. Für belastbare Aussagen hierzu sind weitere Untersuchungen des tieferen Untergrundes erforderlich laut des Gutachtens der Erstbewertung der Niederschlagswasserversickerung. Die Firma Ellerhold und das Neubaugebiet leiten Ihr Schmutzwasser in das 600er Rohr der Kanalisation Bebbelsdorf ein. Es kann nicht sein dass der alte Bestand an Anwohnern die Rechnung für geplante Neubauprojekte tragen muss und sich die Bauherren umsonst aus der Affäre ziehen.

Wir sind nicht bereit für die Kosten für einen neuen Kanal  - die Erneuerung der Straße sowie die Kosten für Schäden an unseren Häusern während und nach der Bauphase zu tragen.

Abschließend möchten wir Sie darauf hinweisen das gemäß des Gutachtens zur Regenwasserversickerung noch weitere Untersuchungen erforderlich sind.

Sie als Vertreter der Stadt haben die Verantwortung nicht nur an die Zukunft sondern auch an  ein verträgliches Heute zu denken.

Danke für Ihre Aufmerksamkeit

Leserbrief zum Bericht „Demo gegen Gewerbegebiet“ im Lokalteil der WAZ Ausgabe vom 08.12.2018

Die Initiative „Stockum wehrt sich“ für den Erhalt des Ackerlandes am Vöckenberg ist vollkommen richtig. Kein Gewerbegebiet auf dieser Freifläche, keine weitere Versiegelung des Bodens oder Beeinträchtigung der Frischluftzufuhr für Witten! Dass der „Freiraum-Eingriff“ „vertretbar“ wäre, weil es angrenzende Gewerbegebiete gäbe, ist überhaupt kein Argument. Danach könnte sich ja jedes Gewerbegebiet, sozusagen als natürliches Recht, endlos ausdehnen. Richtig peinlich wird es aber, wenn Holger Jüngst von der SPD die möglichen Arbeitsplätze gegen die Umwelt auszuspielen versucht, um die Versiegelung des Bodens zu rechtfertigen. Dazu nur eine grundsätzliche Anmerkung: Die Arbeit findet mit Naturstoffen statt, die in Produkte verwandelt und weiterverarbeitet werden. Dazu brauchen die Menschen saubere Luft zum Atmen, gesunde Lebensmittel und reines Wasser. Genau diese Lebens- und Arbeitsbedingungen werden gegenwärtig durch den rücksichtslosen kapitalistischen Raubbau an der Natur gefährdet. Es wird der Ast abgesägt, auf dem wir alle sitzen - damit der Mann an der Säge Arbeit habe? Was für eine Logik! Solange die Logik des kapitalistischen Wirtschaftssystems gilt, nützen keine Appelle an die Vernunft, um den Raubbau an der Natur zu stoppen. Das zeigen alle Erfahrungen. Die Demo gegen das Gewerbegebiet ist somit ein wichtiger Schritt, aus dieser Erfahrung den Schluss zu ziehen, sich nicht weiter dieser selbstzerstörerische Logik zu unterwerfen und aktiv gegen deren Folgen aufzustehen.

Achim Czylwick, Ratsmitglied für AUF Witten

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