Arbeitsplätze und Umweltschutz in Einheit erkämpfen!

Romeo Frey, Vorstandssprecher
Romeo Frey, Vorstandssprecher

AUF Witten berichtet seit Jahren über erhebliche Gefährdungen unserer Gesundheit. Verkehrsbedingte Stickoxide stehen in gefährlicher Wechselwirkung mit durch Chrom und Nickel belasteten Feinstäuben aus industrieller Produktion. Durch seine Größe und Lage mitten in der Stadt steht das Edelstahlwerk im Fokus. Aufsichtsbehörden und politisch Verantwortliche wollen davon nichts hören. Die Öffentlichkeit wird über das tatsächliche Ausmaß der Gesundheitsgefährdung im Unklaren gelassen. Am 20.4. konnte man in der WAZ sogar lesen, dass die Stickoxidbelastung zurückgehe. Doch allein die Bebauung der Frischluftschneise Kornmarkt lässt anderes erwarten. Dazu an anderer Stelle mehr.

Bereits vier Wochen vorher, am 16. März brachte die WAZ eine Mitteilung von DEW: „Umweltbelastung durch das Edelstahlwerk geht zurück.“

Dagegen stellt die Studie des LANUV1):

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Leserbrief zum angeblichen Rückgang der Umweltbelastung durch das Edelstahlwerk

Liebe Leserin, lieber Leser,

mittlerweile ist ein weiterer Leserbrief zum angeblichen Rückgang der Umweltbelastung durch das Edelstahlwerk bei uns eingegangen. In beiden Leserbriefen wird der zentrale Schwachpunkt der neuen Entstaubungsanlage von DEW genannt: völlig unberührt von der Entstaubung am Abzugskamin kann massiver Qualm aus allen Nähten der Stahlwerkshalle nach außen dringen, wie auf mehreren Fotografien dokumentiert ist. Dazu möchten wir Ihnen auch den download eines Interviews mit einem Stahlarbeiter nahe legen, das wir in unserer Ausgabe „Witten im AUFbruch“ Nr. 2-2017, Seite 7 veröffentlicht haben. Darin wird ausgeführt, dass die Entstaubung nicht den kompletten Produktionsprozess einschließlich Veredelung erfasst. Deshalb herrscht auch ein dichter Qualm in der Halle, der durch die seitliche Entlüftung nach außen dringen kann.

Dass die Entstaubung funktioniert, kann man an dem Kamin sehen, aus dem kaum mehr etwas Sichtbares emittiert wird. DEW muss also vorrangig den kompletten Produktionsprozess entstauben, anstatt der Wittener Bevölkerung Märchen über einzelne Messergebnisse zu erzählen.

Herzliche Grüße

Romeo Frey – Sprecher im Vorstand von AUF Witten

 

Leserbrief von „Geheime Ratsecke“ an AUF Witten zum angeblichen Rückgang der Umweltbelastung durch das Edelstahlwerk vom 20.3.2018

Unsere erste Reaktion, nachdem wir den Bericht gelesen haben, war ein um sich greifender Unglaube.

Die gewählten Formulierungen sind so perfide gewählt, dass man den Eindruck bekommen soll, kann und auch muss, dass die DEW reine Mitmenschen und Wohltäter in Witten sind.

In Wirklichkeit werden die Wahrheit und die Realität komplett verdreht.

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Zur Berichterstattung über die Umweltbelastung der Deutschen Edelstahlwerke Witten (DEW)

Wolfgang Seidel hat in mehreren früheren Ausgaben unserer Bündniszeitung Witten im AUFbruch sachkundig Stellung genommen zur Umweltbelastung in Witten durch Feinstäube. Insbesondere hat er sich mit den veröffentlichten Messergebnissen im Umkreis des Wittener Edelstahlwerks beschäftigt und musste dabei seit Jahren feststellen, dass nach wie vor eine kritische Gefährdung insbesondere durch Nickel festzustellen, ohne dass sich substanziell etwas verbessert hätte.

Aktuell ist nun am vergangenen Freitag ein Artikel in der Lokalausgabe der WAZ erschienen, der wie eine Antwort auf die jahrelang vorgebrachten Kritiken anmutet und, freundlicherweise ohne kritische Nachfragen von der Presse, auf der ganzen Linie Entwarnung gibt.

Bevor wir in einer unserer nächsten Ausgaben auf die genaueren Motive dieser, offensichtlich erheblich geschönten Darstellung, der Edelstahlwerke eingehen, veröffentlichen wir eine aktuelle Stellungnahme von Wolfgang Seidel, die er als Leserbrief bereits an die WAZ geschickt hat. Man kann gespannt darauf sein, ob und wieviel die WAZ von seiner Stellungnahme veröffentlichen wird, werden doch sämtlichen euphorischen Lobpreisungen über die umweltschonende Funktion der neuen Entstaubungsanlage, akribisch widerlegt.

Herzliche Grüße an alle unsere Leserinnen und Leser

Romeo Frey – Sprecher im Vorstand von AUF Witten

Leserbrief Wolfgang Seidel vom 17.3.2018

Ich bitte um Veröffentlichung des folgenden Leserbriefes zum Artikel:

Umweltbelastung durch das Edelstahlwerk geht zurück, vom Freitag ,den 16. März 2018

Meiner Meinung nach sollte die DEW schon die Werte und Grenzwerte richtig darstellen. Für Chrom gibt es einen offiziellen Zielwert.Der beträgt 1,7 ng/m³ für Chrom VI und das wird hier gemessen! Wir haben es also durchschnittlich mit einer 38 fachen Überschreitung zu tun. An 334 Tagen im letzten Jahr wurde der Grenzwert gerissen, der eine Lungenkrebserkrankungswahrscheinlichkeit von 1:2500 zulässt. Somit werden allein für Witten 880 Lungenkrebserkrankungen toleriert. Bei der Betrachtung des 24h Grenzwertes erfolgt eine Überschreitung bis zum 137 fachen. Bei Nickel und PM10 (Feinstaub) werden die Zieldurchschnittsjahreswerte erreicht, aber die einzelnen 24 Stunden Werte oft z.T. um ein vielfaches gerissen. Wie die Krebsrate bei der armen Belegschaft ist, wird wohl nie offiziell bekannt gegeben werden.

Als Anlage zu unkontrollierten (nicht überwachten) Staubaustritten füge ich ihnen ein selber dazu aufgenommenes Foto zur gern gesehenen Veröffentlichung bei.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Seidel

Europas Umwelt-Musterknabe

Der Bundesrepublik droht eine Klage der EU-Kommission wegen anhaltender Überschreitung der EU-Abgasgrenzwerte. Bereits Anfang vergangener Woche hat die Bundesregierung eine von Brüssel gesetzte Frist verstreichen lassen, vor deren Ablauf sie Schritte hätte bekanntgeben sollen, um die Belastung deutscher Ballungszentren mit Feinstaub und mit Stickoxiden spürbar zu senken. Aktuell werden die Grenzwerte in rund 120 deutschen Kommunen überschritten und liegen teilweise bei mehr als dem Doppelten des zulässigen Werts, obwohl die EU-Kommission nennenswerte Reduktionen bereits seit Jahren anmahnt. Die Zahl der Menschen, die in Deutschland jedes Jahr wegen der Luftverschmutzung vorzeitig ums Leben kommen, wird auf bis zu 80.000 geschätzt. Hintergrund des - vorsichtig formuliert - schleppenden Vorgehens gegen Feinstaub und Stickoxide sind Interessen der mächtigen deutschen Autoindustrie. Bei der Umsetzung von EU-Normen ist Deutschland insgesamt Schlusslicht in der Union - nicht zuletzt in den Bereichen Verkehr und Umwelt.

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