Brand bei HP Pelzer Chemie!

Romeo Frey stellt die Frage, wie schädlich die Produktion von HP Pelzer Chemie ist angesichts zahlreicher ungeklärter Todesfäller ehemaliger Chemiearbeiter
Romeo Frey stellt die Frage, wie schädlich die Produktion von HP Pelzer Chemie ist angesichts zahlreicher ungeklärter Todesfäller ehemaliger Chemiearbeiter

Am 23. März brannte es beim Weltmarktführer von Automobil-Dämmstoffen, HP Pelzer Chemie, Hauptsitz Witten-Annen. Die schwarze Rauchsäule soll bis zu 10 km Entfernung zu sehen gewesen sein. Auf Youtube kann man sich den Brand hautnah ansehen, z.B. unter NRWspot.de. Sowohl die enorme Rauchentwicklung wie die Unmengen von Löschwasser sind während der 10 Minuten dauernden Spots deutlich erkennbar.

Die Löscharbeiten gingen aber bis in die Nacht hinein. Einen Kommentar, ob das Löschwasser wohl in die Ruhr abfließt, beantwortete ein anderer User, es ginge alles in den Kanal und von dort direkt in die Kläranlage. Ganz schön blauäugig, oder nicht?

Auch die Äußerungen des Einsatzleiters, es seien Schadstoffe in der Luft gemessen worden, aber in so geringer Konzentration, dass sie unbedenklich seien, erscheinen wenig vertrauenerweckend. Grund genug für AUF Witten, diesbezüglich eine Anfrage an die Verwaltung der Stadt und ihre Chefin, Frau Bürgermeisterin Leidemann, zu stellen.

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Das hat System!

Peter Spyrka kämpft seit vielen Jahren darum, dass ihm seine Rechte zugestanden werden!
Peter Spyrka kämpft seit vielen Jahren darum, dass ihm seine Rechte zugestanden werden!

von Peter Spyrka, Mitglied in AUF Witten

Wieder ein Todesfall bei HP Pelzer Chemie: ein Arbeiter, gestorben mit nur 51 Jahren! Von meiner alten Abteilung, in der ich bis 2003 beschäftigt war, sind nach meinem unvollständigen Überblick von rund 150 Arbeitern bereits 51 frühzeitig und teilweise qualvoll gestorben – in der Mehrzahl durch Krebs.

Doch das ist nicht nur ein Problem besonders krasser Firmen wie HP Pelzer Chemie oder Envio Dortmund. Vielmehr handelt es sich um ein ganzes System der Vertuschung, Duldung und Billigung, in das auch Arbeitnehmervertreter, Berufsgenossenschaft, Ärzte, Aufsichtsbehörden, Richter und Politiker bis in die höchsten Ebenen verstrickt sind.

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EU-Parlament Ignoriert die Vergiftung bei HP Pelzer

In dieser offenen „Anlage“ von HP Pelzer Chemie mussten die Arbeiter ohne Schutz mit hochgiftigen Substanzen hantieren!
In dieser offenen „Anlage“ von HP Pelzer Chemie mussten die Arbeiter ohne Schutz mit hochgiftigen Substanzen hantieren!

Der regelmäßige Leser von Witten im AUFbruch weiß Bescheid über die Vergiftungen bei HP Pelzer Chemie: 39 Arbeiter sind bereits qualvoll gestorben, jedes Jahr kommen neue hinzu. Er ist informiert über den jahrelangen Kampf des ehemaligen Pelzerbeschäftigten Peter Spyrka, der mit schweren Erkrankungen überlebt hat und seit Jahren um seine Rechte als Vergiftungsopfer kämpft. Nachzulesen unter www.auf-witten.de in der Dokumentation, die im Themenbereich Umwelt abgelegt ist.

Nachdem ihm der Petitionsausschuß der Bundestages eine Ablehnung geschickt hat, wandte sich Peter Spyrka an den Petitionsausschuß des EU-Parlaments. Er legte mit umfangreichen Beweisen dar, dass die Pelzerarbeiter systematisch vergiftet wurden unter Umgehung aller Vorschriften und Gesetze und bei sträflicher Untätigkeit aller Aufsichtsbehörden. Auch die Stadt Witten wollte nichts unternehmen. Wie beim PCB-Skandal der Giftfirma Envio in Dortmund, wo bis zur Bezirksregierung in Arnsberg die Aufsicht versagte.

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HP Pelzer Opfer unentschädigt „Konsequente Manipulation“

Peter Spyrka war lange Zeit Chemiearbeiter bei der Firma HP Pelzer Chemie
Peter Spyrka war lange Zeit Chemiearbeiter bei der Firma HP Pelzer Chemie

Interview mit Peter Spyrka (AUF Witten) – ehem. HP-Pelzer Beschäftigter

Im PCB-Skandal um die Giftfirma Envio in Dortmund hat die Bezirksregierung Arnsberg der Staatsanwaltschaft wiederholt Akten vorenthalten, die sie als Aufsichtsbehörde belasteten. Das belegen Recherchen der WAZ. Sie decken einen weiteren PCB-Fall auf: Strafanzeigen und Ermittlungen gegen den Lüner Entsorger Remondis, die bisher verschwiegen wurden. Neue Schlampereien, neue Unwahrheiten, neue Vertuschungen.

Weder WAZ noch WDR brachten aber trotz vorliegender konkreter Beweise Berichte über den seit Jahren völlig ungeahndeten Umweltskandal bei der Wittener Firma HP Pelzer Chemie. Hier lief dasselbe Spiel wie bei Envio, nur dass die Presse das mitmacht. Interessanterweise auch die Justiz. Wie das läuft, kann in der Süddeutschen Zeitung vom 9.4.2008 nachgelesen werden, wo ein Richter im Ruhestand unter dem Titel Konsequente Manipulation über seinen Beruf berichtet. Wir befragten dazu Peter Spyrka.

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