Siemens – BenQ – Wittronic – Nokia – Schluss mit der massenhaften Vernichtung von Arbeitsplätzen! |
| positive Alternativen |
| Freitag, den 01. Februar 2008 |
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Am 15. Januar kündigte Nokia überraschend an, den Produktionsstandort in Bochum bis Ende 2008 zu schließen. Im Bochumer Nokia-Werk arbeiten etwa 2.300 Menschen, weitere 1.000 Leiharbeiter und mehrere hundert Arbeitsplätze in Zuliefer- und Logistikbetrieben hängen ebenfalls davon ab. Sofort entstand im Revier eine breite Solidaritätsbewegung mit den Nokianern, die um den Erhalt ihrer Arbeitsplätze kämpfen. Doch wie kann solch eine Werksschließung verhindert werden? Auf die eigene Kraft vertrauen Am 22. Januar zogen mehr als 15.000 Menschen zu einer Protestkundgebung zum Riemker Markt. Viele Delegationen machten den Erhalt der Arbeitsplätze zu ihrer Sache, es waren Schilder und Transparente von Gewerkschaften, Betrieben von nah und fern, Schulklassen, städtischen Angestellten, Studenten, Parteien, von Feuerwehr und Polizei und vielen mehr zu sehen. Besonders beeindruckend war, dass die Frühschicht des benachbarten Opel-Werks aus Solidarität sogar für einige Stunden die Arbeit niederlegte, um zur Demo zu kommen.Welcher Weg ist der richtige?Nach den Erfahrungen mit Siemens, BenQ und Wittronic drängt sich die Frage auf, wie man solche Werksschließungen verhindern kann. Die Konzerne sacken Millionen Subventionen ein und setzen dann einfach tausende Menschen auf die Straße. Dürfen die das so einfach? Kann man denn nichts dagegen tun? Sind wir in Deutschland nicht wettbewerbsfähig genug?
Das Gesetz ist da sehr eindeutig. Es schützt das Eigentum. Da Nokia Eigentümer des Werks in Bochum ist, darf Nokia auch nach Belieben damit umgehen – auch eine Schließung ist erlaubt.
Den Belegschaften von Siemens, BenQ und Wittronic wurde jahrelang vorgegaukelt, wenn sie nur genügend verzichten, flexibel und in hoher Qualität arbeiten würden, könnte man die Arbeitsplätze erhalten. Das hat sich in allen Fällen als Trugschluss erwiesen, obwohl zum Beispiel bei Wittronic per Sanierungstarifvertrag über einen Zeitraum von vier Jahren die Löhne und Gehälter um fast die Hälfte gekürzt wurden. Das einzige, was sie jetzt davon haben, ist weniger Arbeitslosengeld!
Eine Kollegin von Nokia berichtete auf der Kundgebung von den flexiblen Arbeitszeiten, auf die sich die Belegschaft eingelassen hatte: Auf Zuruf Wochenendarbeit, Überstunden, Zusatzschichten. Auf die Qualität ihrer Arbeit sind sie zu Recht stolz! Trotzdem konnte das nicht verhindern, dass der Nokia-Konzern den Standort platt machen will.
Verzicht rettet keinen Arbeitsplatz!Nokia präsentierte eine Woche nach Bekanntgabe der Schließung des Standorts Bochum eine Bilanz mit dem Rekordgewinn von 7,2 Mrd. € für das Jahr 2007. Da kann ja nun wirklich keiner erzählen, das Bochumer Werk müsse geschlossen werden, weil es Nokia so schlecht ginge!
Die Erfahrung zeigt: Verzicht rettet keinen Arbeitsplatz! Im Gegenteil: Jeder Cent, auf den Belegschaften verzichten, erhöht den Gewinn, und dieser muss maximalprofitbringend angelegt werden – so sind die Regeln.
Damit trägt jeder Verzicht dazu bei, die eigenen Arbeitsplätze wegzurationalisieren.
Die bisherige Rendite von rund 15% war den Aktionären nicht genug, angestrebt sind 17% bis 20%. Der zweitgrößte Aktionär, die Deutsche Bank, ist hier maßgeblich beteiligt, Arbeitsplätze in Deutschland zu vernichten.
Was also tun?Nokia ist angewiesen auf die Arbeiterinnen und Arbeiter. Ohne sie läuft kein einziges Handy vom Band. Diesen Trumpf müssen sie ausspielen. Entscheidend ist dabei, die Solidarität nicht nur von umliegenden Betrieben und der Bevölkerung aufzubauen, sondern auch die Konkurrenz der Belegschaften im Nokia-Konzern zu überwinden. So haben zum Beispiel die finnischen Nokianer die geplante Schließung in Bochum auch selbst zum Thema gemacht.
Nichts tun und abwarten gibt der Nokia-Konzernführung lediglich die Zeit, in Ruhe durchzuführen, was sie geplant hat. Deshalb erklärt sich AUF Witten solidarisch mit einem aktiven Kampf um den Erhalt des Nokia-Werks in Bochum. Darüber hinaus tritt AUF Witten dafür ein
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Am 22. Januar zogen mehr als 15.000 Menschen zu einer Protestkundgebung zum Riemker Markt. Viele Delegationen machten den Erhalt der Arbeitsplätze zu ihrer Sache, es waren Schilder und Transparente von Gewerkschaften, Betrieben von nah und fern, Schulklassen, städtischen Angestellten, Studenten, Parteien, von Feuerwehr und Polizei und vielen mehr zu sehen. Besonders beeindruckend war, dass die Frühschicht des benachbarten Opel-Werks aus Solidarität sogar für einige Stunden die Arbeit niederlegte, um zur Demo zu kommen.