Versunken in Frac-Fluiden und ... ?

Kategorie: Fracking
Veröffentlicht: Freitag, 1. November 2013
Geschrieben von René Schlüter
René Schlüter ist Mitglied im Vorstand von AUF Witten. Sein Schwerpunkt liegt in der Umweltpolitik.
René Schlüter ist Mitglied im Vorstand von AUF Witten. Sein Schwerpunkt liegt in der Umweltpolitik.

weitere Gedanken zum Thema Fracking

Von René Schlüter – Mitglied im Vorstand von AUF Witten

Seit unserer letzten Beschäftigung mit dem Thema Fracking hat sich etwas ereignet, was uns hier als durchaus angebrachter Aufhänger für einige weitere Gedanken zu diesem Thema dienen soll.

Die Unberechenbar- keit des Faktors Natur

Im US-Bundesstaat Colorado kam es im September zu großflächigen Überschwemmungen. Neben der menschlichen Katastrophe für die Betroffenen, kam es zu einer in ihren Langzeitfolgen kaum abzuschätzenden Umweltkata­strophe, denn im betroffenen Gebiet befanden sich Fracking-Anlagen!

Bei diesem Verfahren zur Gewinnung von im Gestein gebundenen Öl oder Gas, werden mittels des Aufsprengens der Gesteinsstruktur durch einen Cocktail aus Millionen von Litern Wasser und Tonnen von mannigfaltigen Chemikalien (Frac-Fluide) eben jene Rohstoffe gefördert.

Dabei entstehen riesige Mengen von höchst belastetem Abwasser. Sowohl die Bohranlagen als auch die Lagertanks standen nun in Colorado in den großflächig überschwemmten Gebieten (siehe Bild).

Obwohl jedem die damit ausgelöste Umweltproblematik deutlich werden sollte möchten wir hier darauf hinweisen, dass der Bevölkerung in den betroffenen Gebieten von Seiten des US-Staates der Verzehr von Trinkwasser aus den Brunnen in ihrer Umgebung strikt untersagt wurde.

Die Bohrstelle versunken im Hochwasser in Colorado, USA
Die Bohrstelle versunken im Hochwasser in Colorado, USA

Dies in einem Land in dem, unter anderem auch mit Unterstützung und riesigen Profiten des auch schon anderweitig berüchtigt gewordenen Konzerns Halliburton, in großem Ausmaß gefrackt wird und in dem diese hochgefährliche Technologie als absolut sicher, ungefährlich und sogar zukunftsweisend angesehen wird.

Ein schönes Beispiel für den sarkastischen Spiegel, der oben genannten Unberechenbarkeit, den man den Betreibern von hochgefährlichen und unzeitgemäßen Energieförderungs- und –produktionsanlagen vorhalten kann.

Fracking Weltweit?

Nun könnte man sagen Colorado ist weit weg. Doch wie sieht es europäisch und international mit dem Fracking und den Planungen dazu aus?

Sowohl die G8-Staaten als auch die EU sind absolute Fracking-Befürworter. Die EU droht sogar mit Klagen z.B. gegen Frankreich, wo Fracking aufgrund von großen Protesten von der Regierung verboten wurde. Auch in Russland und China wird übrigens in großem bzw. steigendem Maße gefrackt.

Die von Profitinteressen fehlgeleiteten Regierungen der international führenden Nationen wollen also auch in diesem Fall riesige Gefahren in Kauf nehmen um die beinahe schon anachronistische Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen noch weiter zu verlängern.

Eine wirkliche Bereitschaft zu einer unabwendbaren Energiewende, die wohl international ebenfalls unstrittig ist, sieht anders aus.

Widerstand!

Wie in so vielen anderen Bereichen verdient auch das Fracking den breitestmöglichen Widerstand, den man auf dieser Welt nur finden kann.

Der mit einem bundesweiten Aktionstag am 31.08.2013 und Aktionen in z.B. Aachen, Balingen, Braunschweig, Flensburg, Hamburg, Kassel und auch Witten oder den oben erwähnten Protesten in Frankreich gezeigte Widerstandslevel der Bevölkerungen kann nur ein Anfang gewesen sein.

Politischer Widerstand in der heutigen Zeit sollte sich in unserer globalisierten Welt themenbezogen über größtmögliche Differenzen hinweg generieren, da er nur so das weltweite Verbot von Fracking und eine Energiewende jetzt erreichen kann.

Um uns selbst müssen wir uns selber kümmern!

Witten im AUFbruch 4/2013