Internationaler Frauentag am 8. März

Gastbeitrag der Frauengruppe Courage e.V., Ortsgruppe Witten

Prostitution – ältestes Gewerbe oder älteste Versklavung der Frau?

Frauenhandel und Zwangsprostitution hat in Europa in den letzten Jahren geradezu explosionsartig zugenommen. Das ist der Grund für die in zahlreichen Medien derzeit laufende intensive Auseinandersetzung um diese Frage.

In Schweden ist Prostitution schon länger verboten, Frankreich zieht nach. In Deutschland gilt das liberalste Gesetz von ganz Europa.

Ist Prostitution ein ganz normaler Beruf wie jeder andere, weil er als solcher zugelassen wurde? Nur die wenigsten Prostituierten haben einen Arbeitsvertrag und sind Krankenversichert.
Ist Prostitution ein ganz normaler Beruf wie jeder andere, weil er als solcher zugelassen wurde? Nur die wenigsten Prostituierten haben einen Arbeitsvertrag und sind Krankenversichert.
Szenario:

Agentur für Arbeit: junge Frau - seit einem Jahr arbeitslos - sucht Arbeit, Bordellbesitzer sucht dringend „Arbeitskräfte“ sogenannte Sexarbeiterinnen.

Jetzt müsste nach der gesetzlichen Anerkennung 2002 der Prostitution als Beruf die ARGE-Mitarbeiterin die junge Frau auf das offene Stellenangebot hinweisen und ihr bei Nichtannahme der Arbeit Gelder kürzen. Das passiert so nicht, stillschweigend wird das Gesetz von meist weiblichen ARGE-Mitarbeiterinnen umgangen, aber es wäre rechtens.

Das Prostitutionsgesetz von 2002, von  der  rot/grünen Bundesregierung beschlossen, stuft Prostitution zivilrechtlich als reguläres Gewerbe  ein und liberalisiert  die Ausübung.

Das Ansinnen, das Leben der Prostituierten zu erleichtern, in dem sie aus dem Schatten der Illegalität hinaustreten, sich sozialversichern können und auch Steuern bezahlen müssen, wurde pervertiert.

Die Realität 2013 ist: nur eine Minderheit der Prostituierten haben einen Arbeitsvertrag und Krankenversicherung. Zwangsprostitution und Menschenhandel nahmen unglaublich zu.

"In Deutschland, wo Prostitution legal ist, ist der Markt 60 Mal größer als in Schweden, wo Prostitution verboten ist. Gleichzeitig hat Deutschland rund 62 Mal so viele Opfer von Menschenhandel wie Schweden, obwohl die Bevölkerung weniger als zehn Mal so groß ist", so Dr. Axel Dreher in einer von der EU finanzierten Studie.

Menschenhandel bedeutet unglaubli­chen Profit: zwischen 32.000 und 100.000 Euro können jährlich durch eine Zwangsprostituierte verdient werden (Lagebild Menschenhandel 2004) und seit der Legalisierung der Prostitution verdient der Staat durch Steuereinnahmen munter mit.

Auch wenn es Frauen gibt, die sich offen zu ihrem „Beruf“ bekennen, bleibt es ein Machtverhältnis und eine Degradierung der Frauen auf ihren Körper. Sklaverei wird auch nicht besser, wenn jemand gerne Sklave ist.

Prostitution gehört zur besonderen Unterdrückung der Frau und ist die Kehrseite der bürgerlichen Doppelmoral. Erst in einer befreiten Gesellschaft ist auch die Abschaffung der Prostitution möglich und notwendig.

Zwangsprostitution ist eine der vielen Formen von Gewalt gegen Frauen. Der weltweite Widerstand wächst, wie bei Massendemonstrationen in Indien, Nepal und Bangladesh. Auf der nächste Weltfrauenkonferenz 2016 in Nepal ein wichtiges Thema! (Ulrike Held, Bundesvorstand Courage)

Aufruf

Schwester Lea Ackermann und der Verein Solwodi e.V organisiert den Aufruf „Mach den Schluss-Strich“ und fordert die Bundesregierung auf, ein gesetzliches Verbot des Kaufs sexueller Dienstleistungen durchzusetzen.

Alice Schwarzer organisierte den „Appell gegen Prostitution“ und setzt sich für eine Rücknahme des Prostitutionsgesetzes von 2002 ein.

Die Unterschriftenliste finden Sie unter www.solwodi.de oder am Stand des Frauenverband Courage e.V. am Samstag, den 8. März, von 11 – 13 Uhr  auf dem Berliner Platz in Witten.

Neuerscheinung

Die Bilder der Flüchtlinge im Mittelmeer erschrecken und empören uns. Welche Hoffnungen sterben dort täglich oder enden in erbärmlichen Flüchtlingslagern?
Die Bilder der Flüchtlinge im Mittelmeer erschrecken und empören uns. Welche Hoffnungen sterben dort täglich oder enden in erbärmlichen Flüchtlingslagern?
"Die Bilder der Flüchtlinge im Mittelmeer erschrecken und empören uns. Welche Hoffnungen sterben dort täglich oder enden in erbärmlichen Flüchtlingslagern? Zehn Jahre hat Clariste selbst diesen Weg der trügerischen Hoffnungen beschritten, sie wollte in Europa Karriere machen als

Fußballerin und ein besseres Leben finden, ihre Familie unterstützen.

Schließlich geht sie den unbequemeren Weg: Sie bleibt in Afrika! Afrika wird nur dann eine lebenswerte Zukunft haben, wenn seine Jugend sich dafür engagiert.“ (aus dem Vorwort).

Clariste Soh Moube gehört in Afrika zu den Mitorganisatorinnen der 2. Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen vom 13. bis 18. März 2016 in Kathmandu/ Nepal.

Mit dem Erlös des Buches sollen die Reisekosten der afrikanischen Delegation nach Nepal finanziert werden. Deshalb wünschen wir uns für das Buch viele interessierte Leser/innen!

 
 
 
2017  AUF Witten - Um uns selbst müssen wir uns selber kümmern