Glaubwürdigkeit geht anders |
| Leserbriefe |
| Dienstag, den 04. Mai 2010 |
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Leserbrief von Ratsmitglied Achim Czylwick (AUF Witten) zum 1. Mai in Witten Statt einer gewerkschaftlichen 1. Maiveranstaltung erlebten die Teilnehme, ob sie wollten oder nicht, eine Wahlveranstaltung für SPD und Grüne. Kein Gewerkschafter wird aber vergessen haben, dass es die Koalition aus SPD und Grüne war, die Niedriglöhne einführte, die Rente mit 67, Hartz IV und die Grundlagen für die ausufernde Leiharbeit. Auf ihr Konto geht weiter, dass fast nur noch befristete Arbeitsplätze zu bekommen sind, vor allem für die Jugend. Kein Wunder, dass die soziale Rhetorik des SPD- Chefs Gabriel (über seine geschichtlichen Unkenntnisse schweige ich hier) und von Frau Roth, aufgesetzt und kalt wirkte. Glaubwürdigkeit geht anders. Dass wegen dieser Wahlkampfreden Betriebsräte der Firma Galladé nicht sprechen durften ist inakzeptabel. Wenn nicht am 1. Mai, wann dann können Arbeiter und Angestellte zu Wort kommen, um gegen die Folgen der Politik auch dieser Parteien, gegen die Abwälzung der Krisenlasten sprechen und ihren Widerstand, ihre Ideen und Kämpfe vorstellen. So habe ich auch die notwendige Solidarität mit den Beschäftigten in Griechenland vermisst. Was in Griechenland an Zumutungen ausprobiert wird, ist auch für uns vorgesehen. Es ist ein Euro-Experiment zum massiven Abbau sozialer und demokratischer Rechte. Vermisst habe ich weiter, dass an den heldenhaften Kampf von Arbeitern der „Roten Ruhrarmee“ von vor 90 Jahren erinnert wurde. Im März 1920 begannen hier in Witten und Wetter bewaffnete Arbeiter den ersten faschistischen Putsch zu vereiteln. Hut ab davor! Wer heuchlerische Wahlreden hören will, der hat in diesem Land genug Gelegenheiten dazu, dafür darf der 1. Mai nicht missbraucht werden. |
