Samstag, 19. Mai 2012

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Montagsdemobewegung gewinnt Zuspruch

Berichte
Freitag, den 26. November 2010

von Ulrich Wagner, Mitglied im Vorstand von AUF Witten

Am 16. Oktober fand in Berlin die siebte traditionelle Herbstdemonstration der Montagsdemobewegung statt. Sie war äußerst kämpferisch mit ihren 7.000 Teilnehmern – das sind doppelt so viele wie im Jahr zuvor. Die Bandbreite der Teilnehmer reichte von Montagsdemonstranten und Gewerkschaftern, Aktivisten der Umweltbewegung, bis hin zu den Milchbauern. Der Tenor war unmissverständlich: Diese Regierung und ihre Politik müssen weg – inklusive der menschenverachtenden Hartz-Gesetze!

Der Tag in Berlin

Die Reise nach Berlin begann am frühen Samstagmorgen um 3 Uhr am Busbahnhof. Gemeinsam fuhren wir mit dem Auto nach Bochum zum Bus. Im voll ausgelasteten Bus machten wir es uns gemütlich und fuhren mit guter Stimmung los. In unserem Bus fuhren Teilnehmer aus Bochum, Dortmund, Hattingen und Witten mit.

Die Reise verlief ohne Probleme. Auf die Minute genau kamen wir in Berlin am Treffpunkt an. Wir sammelten uns und gingen zur Auftaktkundgebung rüber. Der Platz war schon zu Beginn sehr voll.

Im Laufe der Demo wurde der Demonstrationszug immer länger, bis man selbst an den offenen Stellen kaum eines der beiden Enden des Zuges sehen konnte. Kein Wunder, denn es gab zwei parallel laufende Demozüge, die sich zu einem großen zusammengeschlossen haben. Auf dem Platz der Abschlusskundgebung, dem Alexanderplatz, war nicht mehr überall ein Durchkommen möglich.

Im Anschluss an die Demo fand noch eine internationale Kulturveranstaltung kommunistischer Organisationen aus aller Welt statt, die ihren Besuch wert war. Sie alle unterstützen den Protest der Massen und machen deutlich, dass sie da sein werden, wenn sie gebraucht werden.

Am späten Abend ging es dann um 22 Uhr zurück nach Hause. Gegen 5 Uhr morgens kehrten dann die Demonstranten aus unserem Bus heim. Ein wahrlich langer, harter, aber uneingeschränkt lohnender Tag.

Der Protest

Im Aufruf der Koordinierungsgruppe der Montagsdemobewegung heißt es:

„Über 800 Milliarden Euro hat die Bundesregierung Kredite und Bürgschaften an Banken und Konzerne gegeben, damit ihre Profite trotz Weltwirtschaftskrise weiter sprudeln. Mit dem größten Krisenprogramm in der Geschichte der BRD sollen 80 Mrd. Euro den Hartz IV-Betroffenen und Arbeitern sowie ihren Familien, Kindern und Jugendlichen, Kranken und Rentnern abgepresst werden. Hunderttausende Arbeitsplätze stehen auf der Abschussliste!

Längere Laufzeiten für Atomkraftwerke sollen auf Kosten der Gesundheit und Überleben der Menschheit den Energiekonzernen Traumprofite sichern.

Die Bundeswehr kämpft in Afghanistan und anderswo auf der Welt für die politischen und wirtschaftlichen Interessen der Mächtigen in diesem Land – obwohl die Mehrheit der Bevölkerung dagegen ist.

Aus den Schubladen werden immer neue Gesetze zur Bespitzelung gezogen, um diese Politik gegen wachsende Proteste und Kämpfe aufrecht zu erhalten.“

Den Widerstand stärken

Am Abend des Tages hatte ich ein Gespräch mit einem Mitglied von der Partei Die.Linke. Ich fragte ihn, warum sich seine Partei nicht an dieser Demo beteiligt hat, denn schließlich hat sie doch viele gleiche und ähnliche Positionen, sowie alternative Vorschläge zu bieten.

Er sagte mir, dass das Problem darin bestünde, dass die MLPD (Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands) sich beteilige. Dazu sage ich euch:

Der Protest gegen Hartz IV und die Regierung sind überparteilich auf antifaschistischer Grundlage! Hier darf sich jeder und jede Organisation beteiligen. Was ist das für eine Bedingung, nur dann mitzumachen, wenn sich eine Partei, die Marx und Lenin gut findet, nicht daran beteiligt? Ich rufe deshalb alle dazu auf:

Legt eure Vorbehalte bei Seite und lasst uns um die gemeinsame Sache kämpfen! Dann werden wir auch etwas erreichen!

Nieder mit Hartz IV und weg mit dieser Regierung!

Dieser Artikel ist auch nachzulesen in Witten im AUFbruch 4/2010: