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Investitionen in die Bildung statt Straflager!

Am besten abreißen und schöne neue Jugendstrafanstalten hinbauen!!
Am besten abreißen und schöne neue Jugendstrafanstalten hinbauen!!

Die erste Montagsdemo des Jahres 2008 in Witten, mit knapp 40 Teilnehmern und etlichen interessierten Passanten gut besucht, stand diesmal im Schatten der momentan ablaufenden Diskussion über Jugendkriminalität. Die Fernsehbilder über die todesgefährlichen Angriffe auf einen Rentner machen betroffen. Doch das Medienecho und die Debatte der verantwortlichen Politiker wirken angesichts bevorstehender Wahlen hochgeputscht und in der Sache wenig hilfreich. Die meisten Redner am offenen Mikrofon vermissten selbstkritische Töne der Politiker über den in den letzten Jahren stattgefundenen Sozialkahlschlag vor allem auf Kosten der Jugend. Dabei wurde die Perspektivlosigkeit angeprangert, die Jugendliche insgesamt haben, vor allem aber diejenigen mit Migrantenhintergrund. Solche gesellschaftliche Hintergründe werden durch Forderungen nach Verschärfung des Jugendstrafrechts und stärkerer Bestrafung überdeckt.

Auch in Witten wird demnächst die Hauptschule Kronen geschlossen, obwohl sie sogar eine Auszeichnung für ihre hervorragende Arbeit im Bereich der Integration erhalten hat, und damit eine erfolgreiche pädagogische Arbeit zu Grabe getragen. Die Schließung von Jugendhäusern und Sportplätzen sowie des Stadtbades sind weitere Meilensteine dieser perspektivlosen und jugendfeindlichen Politik, die dann mit Millionen Euro für stationäre Maßnahmen für Problemjugendliche bezahlt werden muss, ohne dass sich an den Ursachen irgendetwas ändert. Das zunehmende Massenelend durch Hartz IV gehört mit dazu.

Teilnehmer beim Jahresfest der Montagsdemo 2007
Teilnehmer beim Jahresfest der Montagsdemo 2007

Was die Arbeit der JobAgentur anbelangt, wurde betont, dass die Missstände in der Hauptsache in den Hartz IV Gesetzen begründet sind und nicht in Verantwortung der Sachbearbeiter liegen, wie sich jetzt auch in den freiwilligen Überstunden für entlassene wittronic-Beschäftigte zeigte. Trotzdem wird die Montagsdemo jeden unterstützen, wenn er wie in einem vorgetragenen Fall willkürlich und negativ beurteilt wird. Die Betroffenen haben in jedem Fall Anspruch darauf, menschenwürdig behandelt zu werden und es ist nicht zu akzeptieren, wenn Widersprechenden mit dem Hausrecht gedroht wird.

Die 162. Montagsdemo findet am kommenden Montag, 14. Januar um 17 Uhr am Berliner Platz statt. Thema: Was braucht die Jugend?

2017  AUF Witten - Um uns selbst müssen wir uns selber kümmern