Freifahrtschein für Degussa-Gestank |
| Degussa/Sasol |
| Freitag, den 01. Mai 2009 |
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Keine Umweltverträglichkeitsprüfung!Degussa (Evonik) in Annen will die Polyamidproduktion von derzeit 2.400 auf 4.800 Tonnen steigern. Im Amtsblatt der zuständigen Bezirksregierung wird behauptet, es könnten dadurch "keine erheblichen nachteiligen Auswirkungen auf die Umwelt entstehen." Deshalb sei auch keine Umweltverträglichkeitsprüfung erforderlich.
Das verwundert nicht, denn die Behörden, angefangen von der Stadt Witten über das vor seiner Auflösung zuständige staatliche Umweltamt in Hagen, das Kreisgesundheitsamt, die damit befasste Staatsanwaltschaft bis hin zur Bezirksregierung haben alle Beschwerden und Anzeigen von Anwohnern, die zum Teil über Jahrzehnte hinweg immer wieder geführt wurden, einfach ignoriert.
Einsicht verwehrtWeder einer Bürgerinitiative noch AUF Witten wurde Einsicht in ein "Geruchsgutachten" gegeben, das die Firma Degussa selbst in Auftrag gegeben hat und aus dem eine eindeutige Überschreitung der Grenzwerte hervorgeht.
Es sind Erkrankungsfälle bekannt, wo Ärzte den Betroffenen den Rat gaben, doch wegzuziehen. Bei anderen wurde eine Chemiebelastung nachgewiesen.
Wieso wollte die Staatsanwaltschaft diese Beweise gar nicht sehen, warum hat sie keine Zeugen einvernommen, sondern das Verfahren einfach eingestellt?
Offenlegung durch toxikologisches GutachtenEin Geruchsgutachten beweist nur den Tatbestand der Körperverletzung, dem eindeutig rechtswidrig nicht nachgegangen wurde. Denn es stinkt nach wie vor, und jeder kann das nachvollziehen und auch die Anzahl der Stunden zählen.
Nötig aber wäre die Untersuchung, was genau aus den Schornsteinen kommt und was diese Stoffe anrichten – nicht nur bei jungen gesunden "Riechern vom Dienst", sondern auch bei Säuglingen und herz- oder lungenkranken Menschen. Sollen die jetzt alle von Witten wegziehen nach dem Motto: in Asthma-City ist nur für Gesunde Platz?
Keine gute Reklame, weder für Witten noch für die aufsichtsführenden Behörden. Degussa als gewiefter Weltkonzern, der schon so manchen Anwohnerprotest an anderen Standorten überstanden hat, wird sich freuen.
Sollte sich hier nicht mal was Grundsätzliches ändern?Finden Sie sich nicht mit den Tatsachen ab! Machen Sie mit in der Umwelt-AG von AUF Witten und / oder bei der Bürgerinitiative "Koordination gegen Degussa/Sasol-Gefahren", die auch mit Unterstützung von AUF Witten über 1.000 Unterschriften gesammelt hat und vielfach in die Öffentlichkeit gegangen ist.
Dieser Beitrag entstammt aus Witten im AUFbruch 2/2009: |

Von Romeo Frey nach Gesprächen mit neun Betroffenen