Nachbetrachtung im Stockumer Asbestskandal

(Red.) Nachdem unsere Zeitung in den letzten zwei Ausgaben über den unsachgemäßen und gesundheitsgefährdenden Abriss von Asbest-Zementplatten der ehemaligen Wellershoff-Hallen im Rosenthalring in Witten-Stockum berichtet hatte, hat sich einiges getan.

Nicht aber, wie der Leser vermuten könnte, seitens der städtischen Bauaufsicht oder der übergeordneten Bezirksregierung. Schon gar nicht von der Stadtverwaltung, die Ratsmitglied Achim Czylwick auf seine beiden Anfragen lediglich mitteilte, dass keine Umwelt-Verstöße vorlägen, weil man bei mehrfachen Kontrollen niemanden auf der Baustelle angetroffen hätte. Erstaunlicherweise aber trugen die Arbeiter nach der zweiten „ergebnislosen“ Kontrolle bereits Schutzkleidung.

Wir hatten ja bereits dazu aufgerufen, vermehrte Wachsamkeit an den Tag zu legen, da der Abriss der zweiten Halle mit über 2.000 m2 Asbest-Dach-Fläche noch bevorstünde.

Dazu erhielten wir folgenden Brief am 24.01.13:

Schuldeingeständnis?

Zwischenzeitlich werden die restlichen Hallen seit ca. 2 Wochen abgerissen. Die Arbeiten macht jetzt eine andere Firma. Die Dächer werden wohl von innen abgedeckt und die Arbeiter haben alle Schutzanzüge an.

Ebenso werden die Platten in Tüten verpackt. Ich kann es leider von meiner Sicht aus nicht fotografieren. Wenn ich nachmittags da vorbeigehe, haben die Leute schon Feierabend. Ist das als Schuldeingeständnis zu verstehen?

Mit freundlichen Grüssen

K.K. Witten

 

Abriss der ehemaligen Wellershoff-Hallen in Stockum am Rosenthalring, End-phase. Ganz rechts der Hubsteiger, mit dessen Hilfe die Platten ohne Bruchge-fahr abgenommen und abtransportiert werden können. Eigenes Foto vom 25.1.2013
Abriss der ehemaligen Wellershoff-Hallen in Stockum am Rosenthalring, End-phase. Ganz rechts der Hubsteiger, mit dessen Hilfe die Platten ohne Bruchge-fahr abgenommen und abtransportiert werden können. Eigenes Foto vom 25.1.2013

Anmerkung der Redaktion:

Nach diesem Brief sind wir sofort zur Baustelle gefahren und konnten untenstehendes Bild machen. Die neu beauftragte Firma demontiert die Asbest-Platten mittels Hubsteiger, so können sie ohne Bruchgefahr zu Boden gebracht und fachgerecht verpackt werden, hoffentlich werden sie auch entsprechend entsorgt.

Das Verhalten der Stadt-Verwaltung in Umweltfragen beschrieben wir schon vor einigen Jahren:

Ignorieren, Verschweigen, Vertuschen.

 

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