In der heutigen Zeit stellt sich zunehmend die Frage, welche Perspektive es in dieser Gesellschaft für die heranwachsende Generation gibt. Spielplätze, Sportstätten und Schulen werden geschlossen, Vereinskosten sind für viele nicht mehr tragbar. Dazu gibt es einen Mangel an Ausbildungsplätzen und diejenigen, die einen ergattern, werden oftmals nicht nach der Ausbildung übernommen.

Auch die Familien kommen an ihre Grenzen mit der Erziehung durch hohe Arbeitsbelastungen und niedrigem Einkommen.

Grund genug für AUF Witten, sich diesem Thema anzunehmen, denn es stellt sich die Frage, was wir den kommenden Generationen hinterlassen wollen und ob die Hinterlassenschaften überhaupt tragbar für die Jugend sind.

Spielplatz Gemeindeneck/Bebbelsdorf

Agathe Czylwick setzt sich für eine Zukunft der Kinder und Jugendlichen ein
Agathe Czylwick setzt sich für eine Zukunft der Kinder und Jugendlichen ein

Wie sich die Stadt aus der Verantwortung stehlen will

von Agathe Czylwick, Mitglied im Frauenverband Courage e.V. Witten

Seit Monaten wehren sich die Anwohner berechtigt gegen die Schließung des Spielplatzes Gemeindeneck in Annen, der wie viele andere Spielplätze in Witten als Bauland verkauft werden soll, um die klamme Kasse der Stadt zu sanieren. Weil sie nicht klein beigeben, hat die Stadt den Anwohnern - großzügig wie sie ist - einen Pachtvertrag angeboten. Doch der ist meilenweit davon entfernt, was die Eltern schultern können.

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Keine Kürzung bei den Kurzen!

Agathe Czylwick liegen die Kinder und Jugendlichen besonders am Herzen. Sie kämpft aktiv für eine Perspektive der heranwachsenden Generationen.
Agathe Czylwick liegen die Kinder und Jugendlichen besonders am Herzen. Sie kämpft aktiv für eine Perspektive der heranwachsenden Generationen.

von Agathe Czylwick, Mitglied im Frauenverband Courage e.V. Witten

Der Spielplatz im Lutherpark ist dreckig, der Spielplatz am Voßschen Garten langweilig“ - so oder ähnlich lautet das Urteil vieler Kinder auch über andere Spielflächen in Witten. Was nicht verwundert. Seit 3 Jahren (!) arbeitet die Stadt an einer „Qualitätsoffensive“ für Kinderspielplätze. Währenddessen gammeln diese weiter munter vor sich hin - wenn sich nicht Eltern, wie z.B. am Gemeindeneck, um Pflege und Instandhaltung kümmern.

Die „Qualitätsoffensive“ entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als grandiose Mogelpackung: Von den 92 Spielflächen in Witten sollen 29 aufgegeben und das Gelände verkauft werden. Von der Hälfte des Erlöses sollen sogenannte „Mittelpunktsflächen“ entstehen mit qualitativ besserer Ausstattung. Wunderbar!?

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Inobhutnahme: Jede ist eine zuviel

"Es müsste doch das Ziel einer systematischen Kinder- und Jugendhilfe sein, so etwas zu vermeiden." Bild von: Maren Beßler-pixelio.de
"Es müsste doch das Ziel einer systematischen Kinder- und Jugendhilfe sein, so etwas zu vermeiden." Bild von: Maren Beßler-pixelio.de

Auf der Titelseite meiner Tageszeitung war zu lesen, dass im letzten Jahr in NRW 11.533 Kinder aus den Familien geholt wurden. Diese Zahl ließ mir den Schrecken in die Glied­maßen fahren. Selbst wenn das dem Schutz der Kinder dienen soll, wo leben wir denn, wenn das überhaupt nötig wird?

Zufällig habe ich selbst einen kleinen Einblick in die Arbeitsbedingungen des Jugendamtes, von dem ja die Inobhutnahme gesetzlich durchzuführen ist.

Mich interessierte, wie viel Kinder vom Jugendamt „geschützt“ werden und wie das bei den MitarbeiterInnen so aussieht.

Eine Halbtagskraft kümmert sich um 42 Kinder, eine andere in Vollzeit hat 68 zu betreuen. Das sind bei zwei Mitarbeitern schon 110 Kinder.

Wissen diese Kinder, dass sie nur verwaltet werden (können), oder sehe ich das angesichts der Zahlenmenge etwa falsch?

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2019  AUF Witten - Um uns selbst müssen wir uns selber kümmern